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NWZonline.de Nachrichten Politik

Engster Berater des Präsidenten

11.08.2010

BERLIN Wo immer in den letzten elf Jahren Christian Wulff auftauchte – Olaf Glaeseker war nicht weit. Ob zunächst (1999) als Sprecher der CDU-Niedersachsen, nach Wulffs Wahl zum Ministerpräsidenten (2003) als Regierungssprecher und 2008 im Rang eines Staatssekretärs oder seit dem 1. Juli 2010 als Sprecher des Bundespräsidenten: Der 49-jährige Glaeseker gilt als engster Vertrauter, als Freund und zugleich wichtigster Berater des Politikers.

Dabei stand die Politik zunächst nicht im Vordergrund. „Ich habe mein erstes Leben dem Sport gewidmet“, sagt Glaeseker, der in Oldenburg geboren wurde und 1981 an der damaligen Hindenburgschule zusammen mit seinem Freund Lutz Stratmann das Abitur machte. Anschließend leistete man gemeinsam den Wehrdienst. Doch während der spätere Landesminister Stratmann schon recht früh in der Jungen Union politisch aktiv wurde, zog es Olaf Glaeseker lieber auf den Sportplatz. Sein Vater war eine Trainerlegende, der Sohn erfolgreicher Mehrkämpfer und zweimaliger niedersächsischer Meister im Weitsprung.

Noch während der Schulzeit folgte Glaeseker dann aber doch Stratmann, der zum Landesvorsitzenden aufstieg, zur Jungen Union. „Bei uns in der Familie wurde viel über Politik diskutiert. Mein Onkel spielte dabei eine zentrale Rolle bei sonntäglichen Gesprächsrunden“, erinnert er sich. Studiert hat er dann Sportwissenschaften in Köln. „Ich wollte Hochschullehrer am Institut für Leichtathletik und Turnen werden.“ An den Wochenenden während des Studiums arbeitete er als freier Zeitungs-Mitarbeiter für eine Sportredaktion. Und hier entstand seine Begeisterung für den Journalismus.

Nach dem Diplom begann Olaf Glaesecker 1989 ein Volontariat bei der Nordwest-Zeitung (NWZ). Eine Parteimitgliedschaft kam für ihn nicht in Frage, weil er das mit dem Beruf des Journalisten nicht für vereinbar hielt. Er wurde schnell landespolitischer Redakteur der NWZ  und begleitete journalistisch 1993 die Anfänge des Landespolitikers Christian Wulff. Was Glaeseker über ihn schrieb, gefiel Wulff gar nicht – zu kritisch. Der Politiker war dünnhäutig und beleidigt. Ein Jahr herrschte Funkstille.

1994 wurde Glaeseker Korrespondent der Augsburger Allgemeinen in Bonn. Eines Tages hielt ein Auto neben ihm, die Fensterscheibe ging runter, und Christian Wulff fragte den verdutzten Journalisten: „Herr Glaeseker, haben Sie Zeit? Lassen Sie uns doch ein Eis essen gehen.“ In den Rheinauen wurden die Irritationen ausgeräumt.

Fünf Jahre später, Wulff hatte inzwischen zweimal die Wahl gegen Gerhard Schröder um das Ministerpräsidentenamt verloren, die Landes-CDU befand sich in keinem guten Zustand, wurde Glaeseker Sprecher der Partei. „Meine Kollegen in Bonn haben das als Himmelfahrtskommando bezeichnet, ich selber als Engagement mit höchst ungewissem Ausgang.“ Wulffs Karriere entwickelte sich danach positiv, auch oder gerade weil Glaeseker an Wulffs Image und Wahrnehmung gearbeitet hat und sein Medienberater ist. Er selbst sieht sich „nicht als Teil der Politik, eher als Korrektiv“. „Ich war immer nur politischer Beobachter und Ratgeber. Ich bin immer Journalist geblieben und denke journalistisch.“

Nun arbeiten beide in Berlin: Wenn Olaf Glaeseker nach Steinhude zu seiner Frau Vera, einer Journalistin, fährt, entspannen beide bei der Rosenpflege in ihrem Garten. Und er kocht gerne. Seine Frau hat an einem Kochbuch („Raspers Rezepte – Niedersächsische Küche neu entdeckt“) mitgearbeitet. Ihr Mann kocht Gericht für Gericht nach.

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