Schortens - Sein Programm, mit dem er jetzt im Bürgerhaus Schortens gastierte, klingt eher resigniert: „Ich weiß es doch auch nicht.“ Doch wer Wilfried Schmickler kennt, weiß, dass das nicht seine Haltung ist. „Seehofer ‚Hü‘, Gabriel ‚hott‘ und Merkel ‚ach, du großer Gott‘“, reimt er. Er kann aber auch anders: „Die einzige, die qualifiziert ist, ist Frau von der Leyen. Die weiß von Haus aus, wie man ein Regiment führt und braucht mit ihrer Frisur nicht mal einen Stahlhelm.“

Mitleid hat er auch: Was soll nur aus dem Bundestag werden ohne Stimmungskanonen wie Rainer Brüderle? Oder kommt der Niebel jetzt im internationalen Teppichhandel unter? Nur für Rösler sieht er schwarz: „Den nimmt doch nicht mal die Bahn.“

Zwischendurch singt Schmickler auch. Sanfte Melodien und bissige Texte. Das hat seinen ganz eigenen Reiz. So singt er über die Gier: „Dann hört er aber auf, der Spaß. So kommt zu Neid und Gier der Hass. Und sind sie erst einmal zu dritt, fehlt nur noch ein ganz kleiner Schritt, bis dass der Mensch komplett verroht.“

Kein Thema lässt er aus. Vom einfachen Kalauer über Putins Lieblingsband „Pussy Riot“, einen Bischof aus Limburg, der mehr in der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ gelesen hat als in der Bibel, bis zur CDU-Parteispitze, wie sie den Tote-Hosen-Song „An Tagen wie diesen“ singt.

Darauf kann man sich auch diesmal verlassen: Jede Pointe sitzt. Ob Schmickler im Stakkato seine Erkenntnisse unters Publikum wirft oder naiv fragt wie es denn wohl sein könne, dass in Bayern eine fundamentalistische Truppe von Lügnern und Betrügern fordern könne, alle Lügner und Betrüger des Landes zu verweisen. Das war wieder ganz großes Vergnügen im ausverkauften Bürgerhaus.