Sandkrug - 40 Prozent der Zweitstimmen für die Piraten, bei den Erststimmen 30 Prozent, von solchen Ergebnissen kann die junge Partei im realen Leben wohl nur noch träumen. Beim NWZ -Projekt „Schüler wählen“ erreichte die Partei dieses Ergebnis bei den Schülern der Klasse 10aR der Waldschule.
Im Lehrerzimmer, so hört man, wurde das Ergebnis mit Überraschung, manchmal wohl auch mit Erschrecken zur Kenntnis genommen. „Das Thema Internet und Freiheit im Internet verfängt bei den Jugendlichen einfach“, glaubt Lehrerin Gerda Brunzel, die mit der Klasse die Wahlsimulation durchgespielt und am Donnerstag die Ergebnisse besprochen hat.
Auch die Zahlen für die anderen Parteien sind überraschend: Während die CDU 35 Prozent sowohl bei den Erst- wie den Zweitstimmen erreichte, schafft es die SPD zwar auf 20 Prozent der Erststimmen, käme mit fünf Prozent der Zweitstimmen aber nur ganz knapp überhaupt ins Landesparlament. Die FDP landet bei zehn Prozent der Zweitstimmen, aber nur bei fünf Prozent der Erststimmen, für die Grünen stimmten nur fünf Prozent der Schüler mit Erst- und Zweitstimme, die Linke landete bei den Zweitstimmen gar bei null Prozent, holte aber fünf Prozent der Erststimmen.
Es hätten sich wohl doch nicht alle ihre Schüler vor der Wahl intensiv mit den Kandidaten und den Parteien beschäftigt, nimmt die Lehrerin. an. Das würden viele Erwachsene aber auch nicht machen, glaubt ein Teil der Klasse. „Am Ende schauen sie auf die Plakate und wählen den, der nett aussieht“, meint eine Schülerin.
Immerhin geht die Mehrzahl der Eltern am kommenden Sonntag zur Wahl, in einigen Familien wird vorher auch eifrig über Kandidaten und Programme diskutiert. Nicht alle Schülerinnen und Schüler reden dann mit, Niklas Wintermann allerdings wohl: „Ich sage meinen Eltern schon meine Meinung“, erzählt der Schüler.
Auch wenn sie noch nicht wählen dürfen, an die Politik haben die Schüler konkrete Erwartungen und Bitten. Vor allem sollte ihrer Meinung nach der öffentliche Nahverkehr günstiger werden.
