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NWZonline.de Nachrichten Politik

Erinnerung an NATO-Angriffe

25.03.2009
NWZonline.de NWZonline 2015-07-16T22:38:54Z 280 158

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Erinnerung an NATO-Angriffe

BELGRAD Mit Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen hat Serbien am Dienstag des Beginns der NATO-Luftangriffe vor zehn Jahren gedacht. In allen Schulen des Landes begann der Unterricht mit einer Schweigeminute, am Mittag heulten die Sirenen im ganzen Land. Die Regierung trat zu einer Sondersitzung zusammen. Das Parlament unterbrach seine Sitzung, um den Abgeordneten im ganzen Land Gelegenheit zu bieten, an besonders prominenten Angriffszielen der NATO-Flugzeuge Kerzen zu entzünden und Kränze niederzulegen.

Die NATO hatte das damalige Jugoslawien (Serbien und Montenegro) vom 24. März bis zum 10. Juni bombardiert, um die Vertreibung hunderttausender Albaner aus dem Kosovo durch serbisches Militär und Paramilitär zu stoppen. Dabei waren nach Darstellung der serbischen Regierung 3500 Menschen getötet und 12 500 verletzt worden. Die Schäden wurden auf 30 Milliarden Dollar beziffert.

Erst nachdem die NATO-Flugzeuge immer mehr zivile Objekte zerstört hatten, stimmte der fast uneingeschränkt herrschende jugoslawische Staatschef Slobodan Milosevic dem Rückzug aus dem Kosovo zu. Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo ist seit einem Jahr selbstständig.

In der Stadt Novi Sad wurden am Dienstag 78 Tauben für jeden Tag der Bombardierung freigelassen. Regierungschef Mirko Cvetkovic bezeichnete die Angriffe als „tragischste“ Episode der europäischen Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Serbien nicht vergessen könne. Staatschef Boris Tadic prangerte die Bombardierung als Verstoß gegen das Völkerrecht an, weil sie ohne einen entsprechenden Beschluss des UN-Sicherheitsrates begann.

Die Spitzenpolitiker im Kosovo bedankten sich hingegen bei dem Bündnis. „Das Kosovo-Volk drückt der NATO und besonders den USA seinen allertiefsten Dank aus“, sagte Staatschef Fatmir Sejdiu.