Wardenburg - Vier Wochen haben die Erzieher in den kommunalen Kindergärten in der Gemeinde Wardenburg gestreikt (die NWZ berichtete). Viele Eltern mussten sich in dieser Zeit selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. Die Rückerstattung der Kita-Gebühren für diese Zeit war im Verwaltungsausschuss der Gemeinde am Mittwoch Thema.

Der Ausschuss entschied in der Sitzung, einen Beschlussvorschlag an den Gemeinderat weiterzuleiten, in dem empfohlen wird, „die Kindergartengebühren des vollständigen Streikzeitraumes den Eltern, die keine oder weniger als zehn Tage Streik-Notdienstbetreuung in Anspruch genommen haben, zu erstatten“, wie am Donnerstag von Seiten der Verwaltung offiziell verkündet wurde. Der Rat tagt am Donnerstag, 2. Juli, und muss nun entscheiden, ob dieser Vorschlag angenommen wird.

Die Verwaltung hatte zunächst angedacht, statt einer Gebührenerstattung eine kostenlose Sommerferien-Notdienstbetreuung als eine Art Streiknachsorge für Eltern, die ihre Urlaubstage streikbedingt aufgebraucht hatten, durchzuführen. Allerdings scheiterte dies daran, dass kein Personal für diese Sonder-Sommerferienbetreuung zur Verfügung steht.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Freese zeigte sich froh, dass „eine unbürokratische und pragmatische Lösung gefunden worden“ sei. Die FDP-Fraktion und die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hatten zuvor in ihren Anträgen an die Verwaltung eine Rückerstattung gefordert. In den anderen Fraktionen sei der Vorschlag der Verwaltung auf breite Zustimmung gestoßen, berichtet Freese.

Der FWG-Fraktionsvorsitzende Eckhard Hildebrandt kritisierte allerdings, dass die Gebühren nur an Eltern zurückgezahlt werden, die weniger als zehn Tage Notdienst beansprucht haben: „Die Eltern dürfen nicht dafür bestraft werden, dass sie den Notdienst nutzen müssen.“ Er kündigte an, diesen Aspekt bei der Ratssitzung anfechten zu wollen.