Washington - In den USA ist ein Scheitern der Bemühungen um eine Lösung im Haushaltsstreit zwischen Präsident Barack Obama und den Republikanern noch vor Jahresfrist kaum mehr abzuwenden. Zwar kehrte Obama vorzeitig aus den Weihnachtsferien aus Hawaii nach Washington zurück, um die sogenannte Fiskalklippe zu verhindern, die automatisch zum 1. Januar Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen vorsieht. Doch Insider warnen, die Frist bis Silvester sei zu kurz. US-Medien rechnen mit einer Lösung erst zum Jahresbeginn – also nach Fristablauf, jedoch noch rechtzeitig, um ein Abrutschen in die Rezession zu verhindern.

Allerdings drohen bereits neue Komplikationen: Finanzminister Timothy ­Geithner warnte, dass die USA bereits zum Jahresende erneut ihr Schuldenlimit erreichen. Der derzeitige Rahmen von 16,4 Billionen Dollar (12,4 Billionen Euro) sei am 31. Dezember ausgeschöpft.

Hauptstreitpunkt sind Steuererhöhungen für Reiche. Obama will, dass Haushalte mit einem Jahreseinkommen ab 250 000 Dollar (knapp 190 000 Euro) künftig stärker zur Kasse gebeten werden. Steuererleichterungen für die Mittelschicht will er dagegen beibehalten. Der Mehrheitsführer der Republikaner im Abgeordnetenhaus, John ­Boehner, hatte eine Grenze von einer Million Dollar Jahreseinkommen für Steuererhöhungen angeboten.