Um die Chancen für Europa auszuloten, hatte Matthias Kluck, Vorsitzender der Kreis-Jusos, den SPD-Europaabgeordneten MdEP) Tiemo Wölken eingeladen. Beim Regenwetter diskutierten rund 30 Jusos und 60plus-Senioren in einem kleinen offenen Zelt in Sandkrug. Der 31-jährige MdEP aus Osnabrück bezeichnete die aktuelle Stimmung für die EU als kompliziert, betonte aber, er halte die Zusammenarbeit für wichtig.
Matthias Kluck hinterfragte die Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in den Südstaaten. Laut Wölken ist dafür in der EU viel Geld vorhanden, aber die Mittel zur Kofinanzierung fehlten den Ländern. Der MdEP verschwieg nicht, dass nach seiner Meinung ein Schuldenschnitt für Griechenland kommen werde. Die schlechte medizinische Versorgung sei dort bedrohlich.
Lebhaft diskutiert wurden die Pläne für eine Verteidigungsunion, für die Wölken kein glühender Verfechter ist. Durch eine engere Zusammenarbeit würden aber Milliarden eingespart. Er schlug die Finanztransaktionssteuer als EU-Steuer vor. Dem stimmte Bernd Bischof zu, aber: „Nicht für neue Waffen.“
Landtagsabgeordneter Axel Brammer hält eine Europäische Armee für schwierig, wenn Mitgliedsländer nicht einmal Urteile des Europäischen Gerichtshof akzeptierten. „Die Welt ist instabil. Vor 30 Jahren waren wir deutlich sicherer als heute bei unberechenbaren Präsidenten in USA und Nordkorea.“
Helmut Hinrichs, Vorsitzender der Gesellschaft Deutschland-Russland/Dagestan, machte deutlich, dass Europa mehr sei als die EU: „Russland gehört zu Europa. Redet in der EU über die Sanktionen, verhandelt und sorgt für ein friedliches Miteinander“, war sein Appell.
60plus-Vorsitzender Hermann Bokelmann, der selber das Kriegsende als 16-Jähriger erlebte, mahnte die Jugend: „Wir kämpften gegen Schlagbäume und Grenzzäune und schafften das friedliche, vereinte Europa. Sorgt dafür, dass es nicht wieder zerstört wird.“
Trostteddys nach Unfall
Was brauchen Kinder, wenn sie nach einem schweren Unfall zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus transportiert werden müssen? Etwas zum in den Arm nehmen – einen Trostteddy zum Beispiel.
Die hat jetzt jeder Rettungswagen der Sandkruger Malteser für alle Fälle mit an Bord. Möglich macht dies der Verein Kinderlachen Oldenburg: Ehrenamtliche stricken oder häkeln in ihrer Freizeit Teddys. Der Verein gibt diese kostenlos an Rettungskräfte, Polizei und Kinderärzte weiter.
In Sandkrug haben der Ortsbeauftragte der Malteser, Norbert Tenkhoff, und Gruppenführer Tom Uilderks die niedlichen Trostspender in Empfang genommen. Vorbeigebracht wurden sie vom Vereinsvorsitzenden Horst Häuser und Janka Fugel.
