Brüssel - Die EU-Kommission will in Europa eine einheitliche Meldepflicht für Unternehmen und Verwaltungen bei Hackerattacken und anderen digitalen Sicherheitsvorfällen auf den Weg bringen. Die Meldepflicht soll gesetzlich für Unternehmen in ausgewählten Branchen festgeschrieben werden, erklärte die Kommission.

„Ein einziger Cyber-Vorfall kann Zehntausende Euro für ein kleines Unternehmen kosten, bis hin zu Millionen für großangelegten Datenklau“, sagte EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes.

Betroffen wären Betreiber wichtiger Infrastruktur wie Energieversorger, Banken, Verkehrsbetriebe und Krankenhäuser sowie öffentliche Verwaltungen. Auch Dienstleister im Internet wie App-Stores, Suchmaschinen oder soziale Netzwerke fielen unter die geplanten Regeln. Zugleich sollen Firmen und Behörden nach dem Willen der EU-Kommission ausreichende Sicherheitsmaßnahmen gegen Angriffe über das Internet schaffen.

Die Initiative der EU ist in der Branche zunächst auf ein überwiegend positives Echo gestoßen. Allerdings sieht der Branchenverband Bitkom keine Notwendigkeit für eine gesetzliche Verpflichtung. Unter Umständen könne eine Veröffentlichung sich für die betroffenen Unternehmen sogar negativ auswirken, sagte Michael Barth, Experte für Cybersicherheit beim Bitkom. Es müsse vor allem genau definiert werden, was als Angriff oder große Sicherheitslücke gelten solle.