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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ex-Arbeitsvermittler jetzt Rüstungsberater

02.07.2014

Berlin Das richtige Outfit für seinen Job als Panzerlobbyist hat Dirk Niebel schon. Als er Entwicklungsminister war, stiefelte der Hauptmann der Reserve gerne mit einer olivfarbenen Gebirgsjägermütze aus alten Bundeswehr-Zeiten auf dem Kopf in Afrika durch den Schlamm.

Jetzt fängt der Ex-Fallschirmjäger und frühere Arbeitsvermittler Anfang nächsten Jahres in Düsseldorf beim Rüstungskonzern Rheinmetall (Umsatz rund 4,6 Milliarden Euro, 21 000 Mitarbeiter) an. Er wird kein Vorstand, sondern berät bei der Auslandsstrategie und beim „Ausbau der globalen Regierungsbeziehungen“.

Aus Sicht des Unternehmens eine geschickte Wahl. Rheinmetall holt sich mit Niebel einen durchsetzungsstarken Ex-Politiker ins Haus, der als Cheflobbyist auch Sigmar Gabriel Paroli bieten soll. Der SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister hat die gesamte Branche in helle Aufruhr versetzt. Gabriel will weniger Exporte in Krisenländer erlauben. Dabei fällt immer wieder auch der Name Rheinmetall.

Hat Niebel nun ein schlechtes Gewissen? Wie in seinem Umfeld erzählt wird, ist der 55-Jährige mit sich im Reinen. Rheinmetall sei ein guter Laden, der ja nicht nur Waffen verkaufe, sondern auch ein wichtiger Zulieferer der Autoindustrie sei.

Niebel habe nach dem Schock der Bundestagswahl, als die FDP aus dem Bundestag flog, bewusst lange gewartet, bis er einen neuen Job annimmt, heißt es. Im Januar 2015 werde ein Jahr „Karenzzeit“ vorbei sein, die es offiziell bei Wechseln von Politikern in die Wirtschaft gar nicht gibt, weil die Große Koalition sich an dieses heiße Eisen nicht herantraut.

Für die FDP ist Niebels Frontenwechsel heikel. Ausgerechnet die Rüstungsindustrie. Die Liberalen mühen sich, ihr Lobbyisten-Image abzustreifen. Niebel wird das egal sein. Er ist nur noch einfaches Mitglied der FDP zu Hause in Heidelberg.

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