Hannover - Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat nach Aussage seiner Ex-Frau von den Urlauben seines Vertrauten Olaf Glaeseker beim Partyveranstalter Manfred Schmidt gewusst. Damit widersprach Christiane Wulff im Korruptionsprozess gegen Glaeseker früheren Aussagen ihres Ex-Manns in einem zentralen Punkt.
Glaeseker wird vorgeworfen, als Sprecher des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff Sponsoren für Politpartys angeworben zu haben, an denen Schmidt kräftig verdiente. Im Gegenzug soll er Gefälligkeiten von Schmidt angenommen haben. Wulff hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft 2012 bestritten, davon gewusst zu haben.
„Er muss es gewusst haben“, behauptet dagegen seine Ex-Frau, die zeitweilig gemeinsam mit dem Ehepaar Glaeseker in Schmidts spanischer Finca urlaubte. Glaeseker war damals Wulffs Sprecher. So habe ihr damaliger Mann ihr während eines Aufenthalts über Glaeseker einen Brief übermittelt, während einer Reise nach Frankreich habe Wulff mit der mitgereisten Tochter telefoniert.
Der frühere Bundespräsident ist für den 10. Februar als Zeuge geladen. Er muss sich in einem separaten Verfahren wegen Vorteilsnahme verantworten.
