Die Landtage Nord in Wüsting gehören ohne Übertreibung zu den beliebtesten Großveranstaltungen in dieser Region. Einer der Organisatoren – und das seit der ersten Auflage 2004 – kommt aus der Gemeinde Ganderkesee: Holger Kreye (48) ist zwar in Delmenhorst geboren, hat aber immer in Immer gewohnt. Während der landwirtschaftlichen Schau hat er ein Zimmer auf dem Ausstellungsgelände, um immer und schnell vor Ort zu sein.

Während sein jüngerer Bruder Volker schon als Kind seinen eigenen kleinen Tierpark hatte, war Holger schon früh im örtlichen Sport-und Schützenverein tätig. Da Zeichnen in der Schule immer zu seinen Lieblingsfächern gehörte, war sein Berufswunsch stets Bauzeichner. Nach dem Realschulabschluss machte Holger zunächst das Berufsgrundbildungsjahr „Bau“. „Handwerk hat goldenen Boden“, sagte er sich, und so begann er im Alter von 17 Jahren seine Ausbildung zum Zimmermann in Bookholzberg. Nach bestandener Prüfung arbeitete Holger Kreye als Geselle in einem Zimmereibetrieb in Bürstel, bevor er sich entschloss, seine Fachhochschulreife zu machen.

Dann rief im Januar 1987 die Bundeswehr. Hier gefiel es Holger besser als erwartet. Er verpflichtete sich für mehrere Jahre und machte dort schnell Karriere, unter anderem war er Gruppen- und stellvertretender Zugführer. Zu seiner Ausbildung gehörte auch Fallschirmspringen. „Bei meinem ersten Sprung hatte ich schon ein mulmiges Gefühl, aber mit mir standen 60 weitere Soldaten im Flieger, die ebenfalls ihren ersten Sprung vor sich hatten. Da gab es für keinen von uns ein Zurück!“, erzählt Holger Kreye.

Dann kam 1989 die Grenzöffnung, und auch bei der Bundeswehr änderte sich vieles. Einheiten wurden aufgelöst und Soldaten fern ihrer Heimat versetzt. „Als Berufssoldat wären auch Einsätze im Ausland möglich gewesen.“ Während seiner Zeit bei der Bundeswehr bekam Holger die Gelegenheit, seinen Meister als Zimmerer zu machen. Die Chance nutzte er. Während dieser Ausbildung gefiel ihm das Fach Architektur besonders gut. Daher entschloss er sich 1994, den Dienst bei der Bundeswehr zu quittieren, und begann anschließend an der Fachhochschule sein Studium zum Architekten, das er 1999 abschloss.

Noch im gleichen Jahr begann Holger Kreye als Architekt im Büro von Dipl.-Ing. Architektin Ute Thümler. Mittlerweile sind 15 Jahre vergangen und für Holger ist eines klar: „Das ist genau mein Ding!“ Natürlich hat das Architekturbüro Thümler auch den zurzeit im Bau befindlichen neuen Firmensitz des Garten- und Landschaftsbau-Unternehmens seines Bruders Volker an der Westtangente in Ganderkesee entworfen. Ein weiteres Projekt sind die Landtage Nord in Wüsting. Vom Wasseranschluss bis hin zur Vergabe der Stellplätze läuft alles über Kreyes Schreibtisch.

Da die Landtage Nord immer im August stattfinden, gibt es den Familienurlaub im Frühjahr oder in den Herbstferien.

In seiner Freizeit gehört sein Herz dem Sportverein TSV Immer-Bürstel. Als einmal der Prüfer für das Sportabzeichen kurzfristig absagen musste, meinte Holger: „Dann mache ich es eben!“ Seit 1995 ist er Sportabzeichenwart. Die damaligen Verantwortlichen des TSV wurden auf Holger aufmerksam und wählten ihn 1996 zunächst zum Festwart. Hier war er unter anderem für die Teilnahme des Vereins am Faschingsumzug in Ganderkesee verantwortlich. Dann war er fünf Jahre stellvertretender Vorsitzender, bevor er 2004 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Als Holger 1999 als 2. Vorsitzender in den Vorstand gewählt wurde, hatte der Verein etwa 180 Mitglieder – heute sind es mehr 420.

Holger und sein Team erweiterten das sportliche Angebot, und in Kürze soll noch eine Rock’n’Roll-Gruppe dazukommen. Besonders stolz ist Holger Kreye, dass viele Jugendliche dem Verein angehören. Natürlich kommt neben dem sportlichen auch der gesellige Teil nicht zu kurz – darunter das Maibaumsetzen oder das Osterfeuer. Auch andernorts ist man auf Holger Kreye aufmerksam geworden. Seit acht Jahren ist er stellvertretender Vorsitzender des Turnkreises Oldenburg-Land. Holger Kreye selbst spielt in der vereinseigenen Turnhalle Badminton. Celina, die älteste seiner beiden Töchter, war gerade mit ihrer Einrad-Gruppe vom „Unicycle-Team Harpstedt“ bei den Einrad Weltmeisterschaften in Montreal (Kanada). „Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm!“

Holger Kreye, Vorsitzender des TSV Immer-Bürstel