Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Energie Fachausschuss befürwortet Windpark

Jonas Schönrock

Ammerland/Harkebrügge - Am Ende fiel die Entscheidung doch schneller, als viele gedacht hatten. Nach gut zwei Stunden verließ der Großteil der Besucher das Pfarrheim St. Marien in Harkebrügge mit enttäuschten Gesichtern. Die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Planung und Umwelt der Gemeinde Barßel hatten zuvor über die 34. Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich des geplanten Windparks Kammersand abgestimmt. Gegen diesen kämpft auch die Bürgerinitiative Bürgerinitiative Lohorst/Wittenberge/Rothenmethen/Kammersand.

Mit sieben Ja-Stimmen (CDU/Bürgerfraktion) drei Enthaltungen (SPD) und einer Gegenstimme (Brigitte Ebben) sprach sich das Gremium für die Änderung aus. Damit sind die Planer, die Windkraftanlagen am Kammersand bauen lassen wollen, einen Schritt weiter. Die endgültige Entscheidung fällt der Barßeler Gemeinderat nächsten Mittwoch, 11. November.

Über insgesamt 225 schriftliche Eingaben von Bürgern hatten die Ausschussmitglieder abzustimmen. Elf Themenblöcke wurden gebildet, damit nicht über jede der Eingaben einzeln abgestimmt werden musste.

Sitzung unterbrochen

Auf Antrag von Brigitte Ebben wurde die Sitzung vor der Abstimmung unterbrochen, damit zunächst die Bürger im bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrheim zu Wort kommen konnten.

So kritisierte beispielsweise Annegret Meyer von der Bürgerinitiative, dass es keinen festgelegten Einspeisepunkt ins Stromnetz gebe. „Wenn dieser, wie vermutet, in der Gemeinde Apen liegt, fließt die Hälfte der Gewerbesteuer ins Ammerland.“

Auf NWZ -Anfrage erklärte Erster Gemeinderat Michael Sope, dass die Gewerbesteuer auch dann nach Barßel fließe, solle der Einspeisepunkt in der Gemeinde Apen liegen. „Etwas anderes ist mir nicht bekannt. Wenn der Betrieb nur in einer Gemeinde stattfindet, profitiert natürlich auch nur diese Gemeinde von der Gewerbesteuer.“

Auch die Frage nach möglichen Auswirkungen, sollte der Windpark an einen Fremdinvestor verkauf werden, wurde gestellt. „Wir betreiben hier Planungsrecht und das bedeutet nicht, dass wir in wirtschaftliche Prozesse eingreifen“, erklärte Bürgermeister Nils Anhuth.

„Sollte der Bürgerwindpark nicht im Ort bleiben, dann hat der Gemeinderat das Recht, den Flächennutzungsplan wieder in seinen Ursprünglichen Zustand zu versetzen“, klärte Christoph Raming, Geschäftsführer der Windpark Harkebrügge Planungsgesellschaft, auf. Zugleich forderte er zu mehr Respekt auf.

„Respektloser Umgang“

„Ich finde es respektlos, wie hier mit Ratsmitgliedern umgegangen wird. Ich habe hier viel Idealismus reingesteckt, es gibt keine Süd-Oldenburger Mafia, die dahintersteckt. Wir müssen den Energiewandel vorantreiben und das ist nur von Vorteil für die Gemeinde.“ Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative Raming in Verbindung mit der Windparkplanung Vetternwirtschaft und Interessenskonflikte vorgeworfen. Vier der sechs Windkraftanlagen seien für den Bürgerwindpark vorgesehen, heißt es, zwei für die Grundstückseigentümer.

Die Bürgerinitiative zeigte sich vom Verlauf der Ausschusssitzung und dem Votum enttäuscht. „Wir werden weiter kämpfen und bereiten jetzt eine Klage vor“, kündigte Annegret Meyer an.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden