Hannover - Fahnder haben in Niedersachsen bei einer landesweiten Razzia gegen Schwarzarbeit 367 mutmaßliche Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen festgestellt. Vom 5. bis zum 8. Mai hätten die insgesamt 287 beteiligten Fahnder 2815 Menschen, 645 Objekte und 1171 Betriebe kontrolliert, gab das Wirtschaftsministerium am Freitag in Hannover bekannt. An der vom Ministerium und dem Zoll koordinierten Großaktion waren auch Ausländerbehörde, Rentenversicherung sowie Jobcenter beteiligt.
In 26 mutmaßlichen Fälle sei gegen die Gewerbeordnung verstoßen worden, in 61 gegen die Handwerksordnung. In 105 Fällen bestehe der Verdacht, dass die Betriebe nicht den vorgeschriebenen Mindestlohn zahlen würden. Wegen möglichen Sozialleistungsbetrugs wird in 42 Fällen ermittelt. In sechs Fällen bestehe der Verdacht, dass Ausländer ohne gültige Arbeitserlaubnisse beschäftigt wurden. In 127 Fällen werde etwa wegen des Verdachts der Scheinselbstständigkeit, Verstößen gegen das Melderecht oder das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ermittelt. Ein Schwerpunkt der Kontrollen lag auf Baustellen und Auto-Werkstätten.
Schwarzarbeit sei ein enormer Schaden für die Sozialsysteme, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Wer schwarz arbeiten lässt, hat keinen Gewährleistungsanspruch und wer schwarz arbeitet, hat keinen Anspruch auf Bezahlung“, warnte er. Außerdem sei Schwarzarbeit mit ganz erheblichen Strafen verbunden.
