Bookholzberg/Stenum - Das Etikett zeigt es bereits: „Oldebusch“, das ist kein Nullachtfünfzehn-Bier. Ein „Sippenverband“ hat es gebraut, streng nach deutschem Reinheitsgebot. Der Niederländer Frank Ohlenbusch brachte den ungewöhnlichen Gerstensaft am Wochenende mit nach Stenum, um damit anzustoßen. Warum, das ist ebenfalls auf dem Etikett vermerkt: In Lüschens Bauerndiele fand das „Welttreffen 11. Juli 2015“ des Sippenverbandes Harm und Hille Oldebusch statt.
42 Angehörige der „Großfamilie“ waren diesmal gekommen, großenteils aus Deutschland, aber auch aus den Niederlanden und den USA. Ihre Nachnamen sind durchaus unterschiedlich. Viele heißen Ohlenbusch, andere Ohlebusch, Olenbush, Oldenbusch oder Ohldebusch. Eines ist aber allen gemeinsam: Sie sind Nachfahren von Harm und Hille Oldebusch, die im 17. Jahrhundert auf dem damaligen Oldenbusch-Hof (heute Hanken-Hof) in Bookholzberg lebten.
Die Initiative zu regelmäßigen Treffen der Nachfahren war von Hartwig Ohlenbusch aus Neuenburg ausgegangen. Er hatte schon vor Jahrzehnten gesehen, wie auf der mütterlichen Seite seiner Familie Ahnenforschung betrieben wurde. „Das hat mich gereizt“, sagte der 76-Jährige.
Er begann, in die Geschichte der „Ohlebüsche“ einzutauchen. Auf dem heutigen Hanken-Hof, so weiß er, habe es bereits 1578 einen Bauern Tapke (= Taveke) ton Oldenbusch gegeben, später auch einen Cord tom beziehungsweise ton Oldenbusch. Ob das bereits Vorfahren waren, sei allerdings nicht sicher.
Im Jahr 1996 rief Hartwig Ohlenbusch zusammen mit Verwandten erstmals zu einem „Welttreffen“ des Sippenverbandes auf, „160 Leute“ seien damals gekommen. Seither finden die Treffen etwa alle fünf Jahre statt.
An der Spitze des Verbandes steht ein Präsident, ganz wie bei internationalen Verbänden üblich. Bislang war dies Hartwig Ohlenbusch, zu seinem Nachfolger wurde am Wochenende Gerold Ohlenbusch (Bardenfleth, Gemeinde Berne) gewählt. Einen Wechsel gab es auch beim Posten des Schatzmeisters: Auf Ernst Ohlebusch (Bookholzberg) folgt Waltraud Vogel, geb. Ohlebusch.
Ernst Ohlebusch wurde nach 19-jähriger Tätigkeit als „Herr über die Finanzen“ zum Ehrenmitglied ernannt. Dieselbe Ehrung wurde Cord Ohlenbusch zuteil, er fungiert quasi als „Botschafter“ des Sippenverbandes in den USA.
Kombiniert wurde das Treffen mit einem Programm, unter anderem sang der Shanty-Chor Lemwerder. Ein anderer Punkt ist gesetzt: Der Besuch auf dem Hanken-Hof, den Gerd Hanken den „Ohlebüschen“ zeigte.
