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NWZonline.de Nachrichten Politik

Familienangehörige von Salman Abedi festgenommen

26.05.2017

Manchester Die britischen Ermittler sind nach dem Anschlag auf das Ariana-Grande-Konzert in Manchester mit 22 Toten einem Terrornetzwerk rund um den mutmaßlichen Attentäter auf der Spur. Die Polizei nahm bis zum Mittwochabend zwei weitere Menschen fest, eine Frau aus Blackley, Manchester, und einen Mann aus dem 160 Kilometer südlich liegenden Nuneaton. „Dies ist eine schnell laufende Ermittlung“, erklärte die Polizei. Am (heutigen) Donnerstag war indes um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags geplant.

Im Laufe des Mittwochs hatten die Ermittler in Großbritannien insgesamt sieben Menschen in Gewahrsam genommen, darunter den älteren Bruder des mutmaßlichen Attentäters vom Montagabend, Salman Abedi. „Ich denke, es ist sehr klar, dass das ein Netzwerk ist, zu dem wir ermitteln“, sagte Polizeichef Ian Hopkins. In Libyen wurden zudem der Vater und ein jüngerer Bruder festgesetzt.

Bei dem Anschlag am Montagabend nach dem Konzert der Sängerin Ariana Grande waren 22 Menschen und der mutmaßliche Attentäter ums Leben gekommen. 119 Menschen wurden verletzt.

Nach der Tat war die Terroralarmstufe auf das höchste Niveau angehoben worden, Hunderte Soldaten sicherten wichtige Orte im Land wie das britische Parlament und den Buckingham-Palast in London.

Innenministerin Amber Rudd sagte, dass der in Großbritannien geborene Abedi „wahrscheinlich“ nicht allein gehandelt habe. Er sei „bis zu einem Punkt“ den Sicherheitskräften bekannt gewesen. Abedi, der Sohn libyscher Eltern, war im Raum Manchester aufgewachsen.

In Libyen nahm eine Anti-Terror-Einheit den Vater und einen jüngeren Bruder des mutmaßlichen Täters fest. Der 18-jährige Haschim Abedi habe in Gewahrsam erklärt, dass sowohl er als auch sein Bruder zur Terrormiliz Islamischer Staat gehört hätten und er Details zum Anschlag gekannt habe.

Der Vater hatte zuvor gesagt, dass sein Sohn unschuldig sei. „Wir glauben nicht daran, Unschuldige zu töten. Das sind wir nicht“, sagte Ramadan Abedi der Nachrichtenagentur AP telefonisch aus der libyschen Hauptstadt Tripolis, wo er später festgenommen wurde.

Er habe noch vor fünf Tagen mit seinem Sohn Salman gesprochen, der sich darauf vorbereitet habe, nach Saudi-Arabien zu reisen, sagte der Vater. Von dort aus habe er nach Libyen fliegen wollen, um den Fastenmonat Ramadan mit seiner Familie zu verbringen. Er habe dabei „normal“ geklungen und sei bereits vor eineinhalb Monaten in Libyen gewesen. Der Vater bestätigte, dass die britische Polizei am Dienstagmorgen einen weiteren seiner Söhne, den 23-jährigen Ismail, festgenommen habe.

Der Vater soll früher nach Angaben des ehemaligen libyschen Sicherheitsbeamten Abdel-Basit Harun einer Al-Kaida-nahen Extremistengruppe in Libyen angehört haben. Die Gruppe löste sich später auf, der Vater sei aber nach wie vor Teil der salafistisch-dschihadistischen Bewegung in Libyen, sagte Harun. Ramadan Abedi dementierte, Verbindungen zu Extremistengruppen zu haben.

Rund zwei Wochen vor der Parlamentswahl am 8. Juni kündigten die britischen Parteien an, ihren Wahlkampf am Freitag fortzusetzen. Das Management von Teenie-Idol Grande gab bekannt, dass die Sängerin ihre Welttournee bis zum 5. Juni unterbrechen werde. Davon betroffen sind neben Auftritten in London, Antwerpen und Lodz auch das einzige Konzert in Deutschland am 3. Juni in der Festhalle in Frankfurt am Main sowie die Show am 5. Juni in Zürich.

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