Schon im Flur können Besucher ahnen, was ihre Leidenschaft ist: Gleich hinter der Eingangtür des Hauses von Ursula Stiegeler steht ein Ölbild auf der Staffelei. „Daran laufe ich jeden Tag vorbei und sehe, ob ich noch etwas ändern muss“, sagt die Malerin. An dem Seestück, auf dem ein Schiff unter einem bedrohlichen Himmel segelt, arbeitet die 73-Jährige schon seit mehreren Wochen.
Für andere Bilder braucht Stiegeler manchmal nur wenige Stunden. Neben Landschaften, insbesondere Küsten haben es ihr angetan, malt Stiegeler am liebsten Blumen. Das ist nicht zu übersehen: An den Wänden ihres Hauses versammeln sich Iris, Akelei und Calla – in Öl und als Aquarell. Besonders reizt die Malerin der komplizierte Aufbau der Blüten. Dennoch malt Stiegeler ihre Motive meist aus der Erinnerung und selten nach Vorlagen in der Natur: „Es liegt mir nicht, die ganze Ausrüstung mitzuschleppen“.
Die gelernte Fremdsprachensekrektärin kam vor 13 Jahren mit ihrem Mann nach Reekenfeld. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland arbeitete sie an oft wechselnden Orten in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik, zuletzt im Bergischen Land. Nordische Landschaften wie an ihrem jetzigen Wohnort schätzt sie besonders, nicht zuletzt wegen der Motive für ihre Malerei. „Hier oben ist das Licht besonders schön – und es gibt unheimlich gute Sonnenuntergänge.“
Das Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Die Fehn-Brücke“ malt bereits seit ihrer Kindheit, seit 30 Jahren wieder intensiver. Ihr Stil hat sich dabei immer weiter entwickelt, sagt Stiegeler. Auch in der Malerei bleibe man nicht die Gleiche. Immer wieder probiert Stiegeler Neues aus. Ihr nächstes Vorhaben: Sie will mit Acryl malen. In ihrem Arbeitszimmer im Keller warten die Farben schon. per
Ursula StiegelerMalerin
