Ruhig, aber unbeugsam tritt Fatou Bensouda (51) im Gerichtssaal auf. Am Freitag wird die Juristin aus Gambia als neue Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag vereidigt. Bei dem ersten Weltgericht zur Verfolgung von Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist Bensouda keine Unbekannte. Seit 2004 ist sie Stellvertreterin des bisherigen Chefanklägers, des Argentiniers Luis Moreno Ocampo. Pathos und Theatralik, zu denen ihr Vorgänger neigte, sind ihr fremd.
Fatou Bensouda wird ihre Arbeit in der neuen Funktion mit der Anklage eines ehemaligen Staatsoberhaupts beginnen – des ehemaligen Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo. Weitere sollen folgen: In ihrem Büro im ehemaligen Versicherungsgebäude in Den Haag hängt das Poster mit den 25 vom Gerichtshof gesuchten oder bereits angeklagten Menschenschindern.
