Hannover - Im Streit um die weitere Förderung der Sprach-Kitas durch den Bund hat der niedersächsische FDP-Bildungsexperte Björn Försterling an Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) appelliert, schnell für eine Übergangsfinanzierung der Sprach-Kitas zu sorgen. „Im Koalitionsvertrag der Ampel ist vereinbart worden, die Sprach-Kitas fortzusetzen und entsprechend auch weiterzufinanzieren“, sagte Försterling dieser Zeitung. Die erforderlichen Finanzmittel habe Paus jedoch bei den regierungsinternen Haushaltsberatungen nicht angemeldet. Nun führe die Unterfinanzierung verständlicherweise landesweit zu massiven Protesten. Försterling selbst hat den Bereich Kita-Qualität für den Koalitionsvertrag der „Ampel“ ausgehandelt.
Bundesweit stehen in diesem Jahr 248 Millionen Euro für die Sprach-Kitas zur Verfügung, berichtete kürzlich die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher (Lindern, Kreis Cloppenburg). In Niedersachsen profitieren rund 700 Kindertagesstätten. Etwa 20 Mio. Euro fließen dafür jährlich in das Bundesland.„Die Sprach-Kitas sind für Ministerin Paus offensichtlich nicht so relevant, wie andere Vorhaben in ihrem Haus“, so Försterling. „Dabei geht es hier wirklich um etwas Essentielles, nämlich um Sprache und damit um Bildungschancen von tausenden von Kindern.“ Försterling mahnte eine verlässliche Übergangslösung an, denn nach aktuellem Stand müssten die Sprach-Kitas bis Ende des Monats ihr zusätzliches Personal entlassen. „Damit würden uns viele Kompetenzen im Bereich der Sprachförderung verlorengehen“, fürchtet der liberale Landtagsabgeordnete. Aus seiner Sicht sollte sich auch die Landesregierung intensiv darum bemühen, mit dem Bund eine Übergangslösung zu finden. Der Erhalt der Sprach-Kitas sei wesentlich für eine effektive Sprachbildung der Kinder. „Sprachbildung ist ein Schlüssel für den Bildungserfolg und damit für den gesamten Lebensweg.“Eine Sprecherin des Familienministeriums in Berlin wies darauf hin, dass für die Jahre 2023 und 2024 jeweils bis zu 2 Milliarden Euro für die Förderung über das neue Kita-Qualitätsgesetz zur Verfügung stünden. Damit führe der Bund seine umfangreichen Investitionen in qualitative Angebote der frühkindlichen Bildung fort.
