Die liberalen „Positionslichter“ wolle er anwerfen, eigene Positionen stärken: FDP-Chef Christian Lindner will seiner gebeutelten Partei auf dem Parteitag „FDP pur“ vermitteln. Etwa einen klaren finanzpolitischen Kurs mit Einhaltung der Schuldenbremse und der Vermeidung von Steuererhöhungen. Fast anderthalb Stunden nimmt sich Lindner für seine Rede Zeit. Für den glänzenden Rhetoriker ist es eine solide Darbietung, aber keine herausragende. Lindner bekommt Applaus, aber er reißt die Delegierten nicht mit. Man merkt dem FDP-Chef seinen ständigen Balanceakt zwischen den Erwartungen seiner Basis mit den Erfordernissen des Regierens als Bundesfinanzminister in einer schwierigen Dreierkoalition an.
Ein Geschenk aber hat die CDU der FDP gemacht. Die Entwürfe für ein Steuer- und Rentenkonzept sieht eine Reform der Erbschaftssteuer und eine Steuererhöhung für Spitzenverdiener vor. Der Liberale betont süffisant, dass nun die FDP das Alleinstellungsmerkmal der Nicht-Steuererhöhungspartei habe.
Eines wird am Freitag klar: Lindner wird von seinen Positionen nicht weichen. Seine Basis hat ihm am Freitag noch einmal klargemacht, dass sie genau das auch von ihm erwartet. Für die Koalition bedeutet dies, dass die Kontroversen weitergehen werden.
