Nordenham - Zwei Frauen und sechs Männer schickt die Nordenhamer FDP in den Kommunalwahlkampf. Sie wollen Sitze im Wesermarsch-Kreistag, im Nordenhamer Stadtrat und im Abbehauser Stadtrat erringen. Wieder mit dabei ist der Chef der FDP-Fraktionen im Kreistag und im Stadtrat, Manfred Wolf, der die Entscheidung über seine erneute Kandidatur lange offen gelassen hat. Der 74-Jährige tritt als Spitzenkandidat für den Kreistag an und ist auch die Nummer eins auf der fünfköpfigen Südliste für die Stadtratswahl. Im Wahlbezirk Nord bewirbt sich der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Michael Scherf (72) als einziger Freidemokrat um ein Ratsmandat.
Manfred Wolf und Michael Scherf freuen sich über die „Frauenpower“, mit der die Liberalen in den Wahlkampf ziehen. Für die weibliche Verstärkung im FDP-Team sorgen Larissa Fink (Ortsrat) und Ursula Falkenburger (Stadtrat/Kreistag), die schon Erfahrungen als Ratsfrau vorweisen kann. Sie führte von 1986 bis 1991 die Grünen-Fraktion im Nordenhamer Stadtrat an.
„Wir haben eine gute Mannschaft zusammenbekommen“, ist Michael Scherf zufrieden. Der Vorsitzende des knapp 30 Mitglieder zählenden FDP–Stadtverbandes räumt allerdings ein, dass sich die Kandidatensuche für die Nordliste als problematisch erwiesen hat. Weil sich keine weiteren Interessenten finden ließen, muss er im Norden als Einzelkämpfer antreten.
Die Freidemokraten haben sich vorgenommen, mindestens einen zusätzlichen Sitz im Stadtrat zu gewinnen. Zurzeit sind sie dort mit zwei Mandaten vertreten. Manfred Wolf und Michael Scherf wünschen sich, dass es im neuen Stadtrat keine Mehrheitsfraktion oder feste Bündnisse geben wird. „Wir brauchen demokratische Prozesse“, betont Manfred Wolf, „jeder sollte frei entscheiden können.“
In ihrem Wahlprogramm rückt die Nordenhamer FDP folgende vier Themenfelder besonders in den Fokus: Haushaltskonsolidierung: Die Freidemokraten halten einen Schuldenabbau für unerlässlich, weil die Stadt Nordenham sonst nicht mehr entwicklungsfähig sei. In dem Zusammenhang müssten auch die Personalkosten der Verwaltung reduziert werden. Zudem fordert die FDP eine Neufassung der Straßenausbaubeitragssatzung. Bildung: Die Liberalen setzen sich dafür ein, die Grundschulen über den Normalbedarf hinaus auszustatten. Davon versprechen sie sich einen wichtigen Standortfaktor, der junge Familien dazu bewegen könnte, nach Nordenham zu ziehen. Innenstadt: Die Wiederbelebung der nördlichen Fußgängerzone hat für die FDP eine hohe Priorität. Für den Fall, dass sich dort die bisherigen Pläne für die Schaffung neuer Ladenflächen nicht umsetzen lassen, müssten Alternativideen her. Festhalten wollen die Liberalen an ihrem Vorschlag, eine Bürgerstiftung für den Bahnhof zu gründen. Zur Entlastung der Innenstadt und des Mittelwegs von Schwertransporten fordert die FDP ein Verkehrskonzept. Wirtschaft: Ergänzend zum Technologiezentrum hält die FDP die Einrichtung eines Gründerzentrums für sinnvoll. Die Unterstützung junger Firmen bei dem Schritt in die Selbstständigkeit könnte zu Neuansiedlungen in Nordenham führen. Weiter spricht sich die FDP dafür aus, die alte Idee von einer Industriespange zwischen der B 212 und der Martin-Pauls-Straße wieder aufzugreifen. Auch die Pläne für eine Anbindung der Johannastraße an die Martin-Pauls-Straße müssten endlich umgesetzt werden. Um Nordenham überregional besser darzustellen, fordern die Freidemokraten eine verstärkte Imagewerbung mit touristischen Inhalten.
