Fedderwarden - Nachdem am Samstag die Freiwillige Feuerwehr Fedderwarden ihr neues Gerätehaus einweihen konnte, sind jetzt alle vier Ortswehren gut ausgestattet. Dass es in Fedderwarden mehr als Zeit wurde, betonte Uwe Wiedenhöft, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr. „Endlich sind wir auch hier im neuen Jahrtausend angekommen.“
Tatsächlich hat es gedauert, bis aus dem schon lange geäußerten Wunsch der Ortswehr nach einem neuen und modernen Gerätehaus Realität wurde. Stadtbrandmeister Michael Feist ist zehn Jahre im Amt und ebenso lange werde darüber gesprochen, sagte er.
Zwei Millionen Euro sind in das neue Domizil investiert worden – eine Hälfte zahlte die Stadt, die andere das Land, führte Wilhelmshavens Stadtbaurat Nikša Marušić aus. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit konnte im April der Umzug von der Alko- und die Poststraße vollzogen werden – ein erster Feiertag für die 39 aktiven Kameradinnen und Kameraden sowie die rund 20-köpfige Jugendfeuerwehr. Aber erst am Samstag wurde das Gebäude mit einem Tag der offenen Tür, an dem unter anderem auch das Technische Hilfswerk, die DLRG und das Rote Kreuz teilnahmen, offiziell eingeweiht – und vom Gemeindepastor gesegnet.
Vertreter aus Verwaltung, Politik, Feuerwehr, Bauwirtschaft, Vereinen und Institutionen waren vor Ort und zeigten sich von den neuen Gegebenheiten beeindruckt. Großes Interesse zeigte auch die Bevölkerung, die in Scharen auf dem Gelände unterwegs war und damit die hohe Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr zum Ausdruck brachte.
An 1980 kann sich der ehemalige Stadtbrandmeister Werner Lau noch gut erinnern. Seinerzeit konnte „seine“ Ortsfeuerwehr Fedderwarden ihr Domizil in der Alkostraße beziehen. 42 Jahre ist das her und schon lange hielt das Gebäude heutigen Ansprüchen nicht mehr stand. Diese Zeiten sind nun vorbei.
Vor zehn Jahren übernahm Michael Feist das Amt des Stadtbrandmeisters. In seiner gesamten Amtszeit sei ein neues Gerätehaus für Fedderwarden Thema gewesen. „Ich bin froh und dankbar, dass ich heute diesen Punkt von meiner To-Do-Liste abhaken kann“, sagte er.
Sein Bruder, Oberbürgermeister Carsten Feist, sprach von einem „guten Tag für die Sicherheit unserer Bevölkerung. Das Bewusstsein für Sicherheit ist durch die aktuelle Lage noch größer geworden. Da ist eine gut ausgestattete Feuerwehr ein wichtiges Signal.“ Sicherheit sei aber keine Einbahnstraße, mahnte er. Die Feuerwehr stehe, genau wie Polizei, Rettungs- und Hilfsdienste, 365 Tage im Jahr für die Sicherheit der Bevölkerung ein. „Es kann nicht sein, dass irgendwelche Vollpfosten – und ich benutze diese Formulierung ganz bewusst – unsere Einsatzkräfte attackieren. Wer das macht, der bekommt richtig Ärger“, betonte der Oberbürgermeister unter dem Applaus allen Anwesenden.
Feist dankte den Kameradinnen und Kameraden rückblickend für die geleistete Arbeit und im Vorgriff für die Bewältigung kommender Einsätze. Das Wichtigste sei, dass immer alle wohlbehalten zurückkämen.
Ortsbürgermeisterin Anja Mandt stellte in ihrem Grußwort die nach eigenen Worten „sicher gewagte These“ auf, dass es vor allem die Bevölkerung ist, die ein gut ausgerüstetes Feuerwehrhaus benötige. Im Mittelalter seien Männer verpflichtet gewesen, immer einen Eimer Wasser am Bett stehen zu haben, um bei Bedarf schnell eine Löschkette bilden zu können. Heute vertrauten die Bürger lieber einer gut aufgestellten Feuerwehr.
Das alte Gebäude sei aus der Zeit gefallen, das neue heiß erseht worden und man habe lange darum gekämpft. Weil in Fedderwarden aber Gemeinsam gelebt werde, habe man das Ziel schließlich gemeinsam erreicht. Ein Grund zu feiern – auch das selbstverständlich gemeinsam.
