Peking - Nach dem tödlichen Anschlag auf einen belebten Markt in der Unruheregion Xinjiang hat die Polizei in China einen Verdächtigen festgenommen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag meldete, wurde die Person bereits am Donnerstagabend in einer Gegend rund 250 Kilometer südlich von Ürümqi gefasst. Zudem identifizierte die Polizei vier weitere Täter, die für die Attacke mit mindestens 43 Toten verantwortlich sein sollen.

Die vier Angreifer seien getötet worden. Gemeinsam mit ihrem nun festgenommenen Komplizen hätten sie sich Ende 2013 zu einer „terroristischen Bande“ zusammengeschlossen. Die Gruppe habe an „illegalen religiösen Aktivitäten“ teilgenommen und sich durch das Anschauen und Anhören von gewalttätigem, terroristischem Video- und Audiomaterial radikalisiert, meldete Xinhau weiter.

Am Donnerstagmorgen waren die Angreifer auf einem Straßenmarkt in der Provinzhauptstadt Urumqi mit zwei Geländewagen in die Menschenmenge gerast und hätten Sprengsätze gezündet. Augenzeugen zufolge gab es insgesamt rund ein Dutzend Explosionen. In der Vergangenheit wurden für derartige Bluttaten radikale Kräfte der muslimischen Minderheit der Uiguren verantwortlich gemacht. Die Aufständischen streben den Umsturz der chinesischen Regierung in Xinjiang an.

Xinhua gab am Freitag den Start einer großen Anti-Terror-Kampagne bekannt. Die Region Xinjiang werde „das größte Schlachtfeld“ sein. So würden Behörden religiöse Extremistengruppen, Waffen- und Sprengstofflager und terroristische Trainingscamps ins Visier nehmen.

Am Samstag teilte die Verwaltung von Peking zudem mit, dass die Sicherheitsvorkehrungen an U-Bahnstationen der Hauptstadt verschärft würden. Sicherheitskontrollen würden auf drei weitere Haltestellen ausgeweitet. Fahrgäste müssen an allen Stationen Handtaschen und Pakete per Röntgengerät durchsuchen lassen. Die Maßnahmen waren vor den Olympischen Spielen in Peking 2008 ergriffen worden.