Moorriem/Elsfleth - Er habe immer gesagt, er gebe alle Ämter mit 60 ab. Dass er nun wieder für den Stadtrat kandidierte, sei eigentlich nicht geplant gewesen, sagt Günther Vögel. Denn eigentlich hatte er sich an den Plan gehalten – er war 2011 aus dem Stadtrat ausgeschieden.

Doch vor der Wahl 2016 habe sich der CDU-Ortsverband geeinigt, dass man wieder einen Kandidaten „aus dem grünen Bereich“ ins Rennen schicken wolle. Rund ein Jahr lang hätten die Mitglieder Bauern und Landfrauen angesprochen, erzählt Vögel.

„Aber 2015 und 2016 waren sehr schwere Jahre für die Landwirte hier“, erklärt er. „Ich habe dann mit meiner Familie diskutiert, ob ich mich ,wiederbeleben’ lassen soll“, sagt Vögel. Den Hof in Kortendorf haben er und seine Frau längst an den Sohn weitergegeben. Doch der 65-Jährige ist noch immer aktiver Landwirt – ohne Tierhaltung –, betreibt Grünlandwirtschaft und Ackerbau. Seine Schwerpunkte im Stadtrat legt Vögel unter anderem auf die Feuerwehr. „Feuerwehren übernehmen nicht nur den Katastrophen- und Brandschutz. Sie sind auch wichtig für das Dorfleben“, sagt Vögel. Auch für den ländlichen Raum und den Erhalt der Kulturlandschaft will er sich einsetzen.

In den 13 Moorriemer Fachwerkdörfern hätte es früher auch 13 Kneipen gegeben, „und denen ging es allen gut“, sagt Vögel. Durch das Sterben der Gaststätten hätten auch die Vereine ihr „Dach“ verloren, deshalb wolle er sich für ein Bürgerhaus in Butteldorf einsetzen.

Die Gremienarbeit sollten die Mitglieder nutzen, um Probleme einer Lösung zu zuführen, findet Vögel. Die Sitzungen seien nicht dafür gedacht, populistische Ansichten zu verbreiten oder für Angriffe auf Kollegen zu nutzen, sagt er. „Vom Vertagen halte ich nichts“, sagt Vögel. „Ich kann Entscheidungen treffen und ich kenne die Gremienarbeit gut“, sagt er.

Die Anliegen der Bürger aufzugreifen, sei kein Problem, sagt Vögel. „Man kann mich anrufen oder ansprechen, wenn man mich trifft“, sagt er. Von Bürgerbefragungen hält Vögel jedoch nichts, da die Bürger oft nicht alle Fakten zu den diskutierten Themen kennen, sagt er. „Wir sind alle gewählte Vertreter. Er könne ja mit den Bürgern sprechen um sich ein Meinungsbild zu verschaffen, findet Vögel.

Neben der politischen Arbeit ist er Mitglied im Schützenverein, im Bürgerverein und in der Altersabteilung der Feuerwehr. Er gehört zum Landvolk und ist Jagdpächter im Jagdbezirk. „Gesund bleiben und versuchen, Probleme die anstehen, ordnungsgemäß und nachhaltig zu lösen“, hat sich Günther Vögel als Motto für seine Amtszeit vorgenommen.