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NWZonline.de Nachrichten Politik

Schauspieler Ulrich Matthes glaubt an die europäische Idee

18.05.2019

Berlin (dpa) - Schauspieler Ulrich Matthes (60) macht sich für Europa stark. "Ich glaube zutiefst an die europäische Idee", sagte der Präsident der Deutschen Filmakademie in Berlin.

Ich fände es auch großartig - da wage ich mich jetzt mal vor -, wenn es zu meinen Lebzeiten noch so etwas Ähnliches wie die Vereinigten Staaten von Europa geben würde.

Matthes gehört zum Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin und stand zum Beispiel für das Kriegsdrama "Der Untergang" vor der Kamera. Am nächsten Sonntag (26. Mai) wird ein neues EU-Parlament gewählt. Matthes hatte bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises dazu aufgerufen, ein Kreuz zu machen. Aus seiner Sicht ist Europa in "einem traurigen Zustand".

Es gebe eine Bedrohung der liberalen, offenen Demokratie durch den Rechtspopulismus. "Es ist absurd, das im Jahre 2019 zu denken: Aber ich halte die Kunstfreiheit und die Pressefreiheit für nicht selbstverständlich. Siehe Polen, siehe Österreich mit der FPÖ, von Orbán in Ungarn will ich gar nicht reden!", sagte Matthes der Deutschen Presse-Agentur. "Und - ich liebe die Engländer – auch der Brexit macht mich total traurig."

All diese Dinge trieben ihn um, sagte Matthes. "Und ich glaube, dass sich die Filmakademie als Institution und auch der deutsche Film als Massenmedium mehr Gedanken darüber machen sollte, wie man diese liberale Demokratie auch mit Filmen kräftigen könnte." Das sei ihm ein Herzensanliegen.

Seit Februar ist Matthes der Präsident der Akademie, der rund 2000 Mitglieder aus der Filmbranche angehören. Matthes ist damit Nachfolger von Iris Berben, die bisher die Akademie leitete. Matthes hat mehrfach Stellung gegen die AfD bezogen.

Wir haben uns alle viel zu sehr daran gewöhnt, dass ein Parteivorsitzender im Bundestag sitzt, der sagt, der Nationalsozialismus sei ein "Fliegenschiss" in der Geschichte dieses Landes gewesen", sagte Matthes. "Das müsste jeden Menschen in Deutschland, der Herz und Verstand hat, dauerhaft empören. Und zwar so empören, dass man allein wegen dieses einen Zitats die AfD nicht mehr wählen kann.

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