Oldenburger Münsterland/Ahlhorn/Großenkneten - Wirklich einig wurden sich die Vertreter der Jägerschaften und Politiker der Gemeinde Großenkneten nicht. Stellvertretend für die Jägerschaften Cloppenburg und Vechta stellte Dr. Thomas gr. Beilage, Vorsitzender der Jägerschaft Cloppenburg, im Ratssaal das Projekt Schießstand vor, der an der Straße Zum Langen Moor 1 gebaut werden soll.
Wie berichtet, ist für den Bau die ehemalige Standortschießanlage der Bundeswehr vorgesehen. Der neue Schießstand soll als Übungs- und Prüfungsplatz für die Jäger dienen und sieben Kugelbahnen mit je 100 Metern Länge sowie eine Skeet- und einen Trapplatz haben. In der Bevölkerung regte sich jedoch breiter Widerstand gegen den Schießstand, hauptsächlich wegen des zu befürchtenden Lärms durch die Schüsse.
Gr. Beilage versuchte, die Kritiker zu überzeugen, dass sich der Lärm der Anlage in Grenzen hielte und der Bau notwendig sei, um Jäger auszubilden, die sich um den Naturschutz kümmern würden. „Wir haben eine maximale Schusszahl von 3000 pro Tag beantragt“, erklärte er.
Außerdem sei ein 16 Meter hoher Lärmschutzwall geplant, der Schrot und Kugeln gleichermaßen auffangen würde und den Lärm auf 49 Dezibel reduzieren soll. Zum großen Knackpunkt könnte allerdings die Finanzierung der Anlage werden.
„Wir haben bereits knapp 105 000 Euro für die Planung und das Gutachten ausgegeben, der Bauantrag ist auch genehmigt“, erklärte gr. Beilage. Voraussichtlich kämen auf die Jägerschaften noch 1,2 Millionen Baukosten sowie Bürgschaften für die Umsiedlung ansässiger Tiere und den Rückbau des Geländes hinzu. „Insgesamt rechnen wir mit Bürgschaftskosten von 256 000 Euro, das ist für uns eine ganz schöne Hausnummer“, erklärte er. Für die Finanzierung solle kein Darlehen aufgenommen werden, betonte der Cloppenburger Jägerschaft-Vorsitzende.
Die notwendige Summe solle mit Hilfe von Eigenmitteln aufgebracht werden – kein leichtes Unterfangen, wie gr. Beilage einräumte.
Dementsprechend kritisch waren die Fragen der Ratsmitglieder. Sie bemängelten neben der unsicheren finanziellen Lage auch den mangelnden Kontakt zu den Bürgern vor Ort. Dort gebe es breiten Widerstand gegen den Schießstand. „Es ist ein wenig arrogant, dass Sie nicht direkt auf die Leute, die von der Anlage betroffen sein werden, zugegangen sind“, erklärte Bürgermeister Thorsten Schmidtke. Vorausgegangen war ein Statement von gr. Beilage, in dem er betonte, angefasst zu sein, dass Sachverständige sich die Lage vor Ort angesehen hätten, ohne dass die Jägerschaften in Kenntnis gesetzt worden seien.
„Wir möchten diese Anlage mit den Bürgern zusammen bauen und sie sollen darauf auch stolz sein können. Ich gebe zu, dass wir den Kontakt zu den Betroffenen bisher versäumt haben, das aber nachholen möchten“, bekräftigte gr. Beilage.
