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Gemeinderat Finanzierung sorgt weiter für Diskussion

Ramsloh - Der Rat der Gemeinde Saterland hat am Montagabend im Rathaus Ramsloh beschlossen, dem Reit- und Fahrverein Saterland und Umgebung außerplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von rund 49 000 Euro für die Dacherneuerung der Reithallen bereitzustellen. Wie berichtet, waren am 5. Mai die Lichtplatten der alten und neuen Halle durch Hagel beschädigt worden.

Die Gesamtkosten liegen bei 194 230 Euro. Davon wird der Verein 48 557 Euro tragen. 38 846 Euro könnten vom Kreis, 58 269 Euro maximal vom Landes- und Kreissportbund kommen. Anträge wurden auf den Weg gebracht.

„Keine Notwendigkeit“

Der Verein hatte in seiner jüngsten Sitzung eine einmalige Umlage von 50 Euro pro Mitglied beschlossen. Auch eine Sturm- und Hagelversicherung wurde abgeschlossen (die NWZ  berichtete).

Bürgermeister Hubert Frye machte deutlich, dass das Dach der alten Halle sowieso hätte saniert werden müssen. So gehe es eigentlich nur um die Kosten für die Beseitigung des Hagelschadens an der neuen Halle (12 000 Euro). Der Zuschuss liegt hier bei 3000 Euro. Würde die Gemeinde diesen ablehnen, würde sich der Kreis entsprechend verhalten, da er so viel fördere, wie die Gemeinde, was auch für den Landessportbund gelte. Das würde bedeuten, dass der Verein die 12 000 Euro selber tragen müsste.

Mit der Sanierung der alten Halle war die UWG einverstanden. Für die neue Halle sah sie keine Notwendigkeit für einen Zuschuss. Es „stinkt gewaltig“ nach Ungerechtigkeit gegenüber anderen Vereinen, die Versicherungen abgeschlossen hätten, sagte UWG-Fraktionsvorsitzender Franz Hericks. Die Botschaft würde lauten: „Kündigt Eure Versicherungen. Den ersten Schadensfall bezahlt die Gemeinde und der Bürgermeister hilft auch noch beim Ausfüllen der Anträge zur Schadensregulierung.“ Hericks sprach von Gefälligkeitspolitik und Missbrauch von Steuergeldern: „Wer ein teures Hobby pflegt, sollte nicht die Allgemeinheit zur Finanzierung seiner eigenen Interessen missbrauchen.“

„Schlechter Stil“

„Wenn wir gegen die Beschlussvorlage entscheiden, ist das ein Tritt gegen das Ehrenamt“, reagierte Frye. Fast die Hälfte der 403 Vereinsmitglieder seien Kinder/Jugendliche. Wenn man die ehrenamtliche Arbeit hochrechne, werde dem Steuerzahler sogar Geld erspart. Er machte deutlich, dass man den Reitsport nicht mehr als elitär bezeichnen könne. Der Jahresbeitrag für Kinder liege bei nur 25 Euro. Nicht alle Kinder, die reiten, seien gut situiert.

Solch einen Leitgedanken („Kündigt die Versicherungen“) ins Spiel zu bringen, zeuge von einem schlechten Stil, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Leonhard Rosenbaum. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Peter Schramm staunte über „die klassenkämpferische Parole“. Dr. Michael Steenken (CDU) sagte, dass es sich um eine normale Sanierungsmaßnahme handle. „Da wirft man nicht mit Dreck.“ Schramm und Benno Hermes (CDU) fragten sich, ob bei der UWG der Wahlkampf ausgebrochen sei. SPD und CDU waren sich einig, dass das Ehrenamt mit unterstützt werden müsse.

Bei vier Enthaltungen – Astrid Dey (CDU) und UWG – fiel der Beschluss. Hericks meinte, dass die UWG habe dagegen stimmen wollen. Die Abstimmung sei zu schnell vollzogen worden.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland
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