Flensburg - Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch 16 Objekte im Norden wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung durchsucht. Laut NDR gab es Razzien unter anderem in Stockelsdorf bei Lübeck, in den Hamburger Stadtteilen Eimsbüttel, Barmbek-Süd und Harburg sowie in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern).

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen elf Beschuldigte. „Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt“, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt in Flensburg.

Zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie wurde am Nachmittag Haftbefehl erlassen, wie Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp von der Flensburger Staatsanwaltschaft sagte. Darüber hinaus wurde ein weiterer Mann festgenommen. Ob in diesem Fall auch ein Antrag auf Haftbefehl gestellt werde, werde derzeit geprüft. Eine Entscheidung darüber dürfte am Donnerstag fallen.

Insgesamt wird zehn Männern und einer Frau vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien. Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben. Sie sollen für die Geldgeschäfte nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Erlaubnis im Sinne des Zahlungsdienstegesetzes gehabt zu haben. Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte Stahlmann-Liebelt. Die Herkunft des Geldes ist den Angaben zufolge derzeit nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen.

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben Stahlmann-Liebelts größere Bargeldbeträge gefunden. Die sichergestellten Dokumente und Gegenstände müssen nun gesichtet und ausgewertet werden.