Fliegerhorst/Kreyenbrück - Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Seit April 2015 hat der Verein „Fahrräder für Flüchtlinge“ rund 1400 Fahrräder weitergegeben.

Und nicht nur das. Jedes Jahr bieten die Mitglieder ehrenamtlich Fahrradlernkurse an – denn dass Erwachsene oder Kinder aus Nordafrika oder dem Nahen und Mittleren Osten Radfahren können, ist alles andere als selbstverständlich. Vergangene Woche erst ging ein einwöchiger Kursus speziell für Frauen über die Bühne.

Den Verein erreichen so viele Anfragen, dass die Zahl der Helferinnen und Helfer zu gering ist. „Es würde uns bereits sehr helfen, wenn wir von ehrenamtlich tätigen Männern und auch gerne Frauen einmal in der Woche für ein paar Stunden bei der Durchsicht von Spendenrädern, die dann an Flüchtlinge und Bedürftige weitergegeben werden, unterstützt würden“, berichtet Inge Viezens, die das Projekt maßgeblich vorantreibt. Bei der „Arbeitszeit“ sei der Verein sehr flexibel. Ob für kürzere oder längere Zeit sei nicht entscheidend. Der Verein freue sich über jede helfende Hand. Handwerkliche Grundkenntnisse seien für die Arbeit sinnvoll.

Treff- und Mittelpunkt des Vereinslebens ist der Fliegerhorst. In und vor „Shelter 23“ werden nicht nur alle Spendenräder aufbewahrt. Dort befindet sich auch eine selbst errichtete und eingerichtete Werkstatt mit drei Arbeitsplätzen.

Eine weitere Werkstatt des Vereins mit drei weiteren Räumen befinden sich in der städtischen Unterkunft für Flüchtlinge an der Gaußstraße 5. Der Verein sammelt Spendenräder ein, bereitet sie verkehrssicher auf, lässt sie von der Polizei registrieren und verteilt sie an Flüchtlinge.

An Rädern, die für einen weiteren Gebrauch hergerichtet werden können, herrscht kein Mangel. „Mit Ausnahme von Rädern für Jugendliche sind Räder in größerer Anzahl vorhanden.“ Die Nachfrage sei weiterhin sehr groß. „Uns liegen aktuell über 60 Anfragen vom Stadtteiltreff Kreyenbrück vor“, berichtet Inge Viezens, „und Helfer können wir die sicherlich nicht zeitnah abarbeiten.“ Die Vereinsmitglieder bedauerten dies insbesondere auch deshalb, weil es sich um Anfragen für Kinder und Schülerinnen und Schüler handele.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)