Alexanderheide - „Meine Zukunftsstadt“ – so waren die Werkräume zur Umplanung des alten Militärgeländes Fliegerhorst getitelt. Klar, dass die Nachwuchsstadtplaner aus den Oldenburger Schulen da vor allem hehre Wünsche in den Mittelpunkt ihrer Planungen stellten. Oldenburger und Immigranten sollten gemeinsam auf dem Fliegerhorst wohnen, ein „Sportplatz der Nationen“ soll zentral für den künftigen Stadtteil sein. Die Baumbestände wollen sie erhalten, „Klein New York“ als Dienstleistungs- und Kreativzentrum initiieren, autofreie Bereiche einbauen und eine Ansiedlung als Laut-Leise-Achse ermöglichen.
Experimentierfeld
Keine Luftschlösser, sondern realistische Szenarien bis zum Jahr 2030. Da mussten die Organisatoren des Instituts für Partizipatives Gestalten (IPG) schon durchaus in die Trickkiste greifen und die Bürgerschaft zu kreativen Höchstleistungen animieren. „Wir wollen Großes erreichen“, sagt dessen Geschäftsführer Jascha Rohr, „wenn man immer nur Klein-Klein denkt, kommen meist Konzepte dabei heraus, für die niemand den Geldbeutel öffnen möchte oder die niemanden vom Hocker reißen“. Und ganz nebenbei ließen sich ja ganz andere Fördertöpfe für große Denkmodelle anzapfen. Dies übernahmen dann die sogenannten „Experten“ tags drauf. Sie wollen Teile des Fliegerhorsts zum Experimentierfeld umwidmen.
Energieautark bitteschön, auch die Shelter sollten genutzt, „Frickelbuden“ eingerichtet werden und „innovatives und kreatives Wohnen“ möglich sein. „Es gab einige Verbände und Institutionen, die schon andeuteten, dass sie für manche Visionen als Partner zur Seite stünden und dies nicht allein der Politik überlassen wollten“, so Rohr. Der Bürgerschaft ist an einer weiteren Begleitung des Projektes Fliegerhorst sehr gelegen. Das machte sie auch über den Wunsch nach einer turnusmäßigen Zusammenkunft deutlich, in der sie den aktuellen Stand verfolgen und möglicherweise auch intervenieren kann – quasi ein Planungsbürgerbüro vor Ort. Großes braucht ja manchmal etwas Zeit und Zuwendung.
Stark besucht
Die Zahlen bestätigen das enorme Interesse, freut sich Stadtbaurätin Gabriele Nießen. Jeweils 1500 Menschen haben die Fliegerhorst-Ausstellung besucht beziehungsweise an den geführten Radtouren über das Gelände teilgenommen. Zu den Workshops kamen insgesamt 350 Bürger, heißt es.
