Wildeshausen - Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verloren zwölf Millionen Deutsche ihre Heimat. Nach Wildeshausen mit etwa 5400 Einwohnern kamen bis Ende 1949 fast 4000 Menschen, die durch den Krieg und seine Folgen eine neue Heimat suchten. Diesem Thema widmet sich der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen am Mittwoch, 17. Februar, 20 Uhr, im historischen Rathaussaal der Kreisstadt mit dem Vortrag „Flüchtlinge und Vertriebene in Wildeshausen nach dem Zweiten Weltkrieg“. Er gehört zu der Reihe „Geschichte im Rathaus“. Dazu referieren Peter Heinken, Heinz-Joachim Kunz und Manfred Rollié.
Viele gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg über die sogenannte „Aktion Schwalbe“, mit der die Massenvertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten organisiert wurde, nach Wildeshausen. Sie kamen mit dem, was sie tragen konnten, und fanden eine überfüllte Stadt sowie einen Mangel an grundlegenden Dingen.
Der Vortrag wird zunächst die allgemeine Situation in den frühen Nachkriegsjahren darstellen. Anschließend berichten Rollié und Kunz als Zeitzeugen über ihre Erfahrungen und lenken den Blick auf die persönliche Perspektive von Flucht und Vertreibung.
Kunz verließ im Januar 1945 als Siebenjähriger den heimatlichen Hof in Ostpreußen und erreichte zusammen mit seiner Mutter, Oma und der Tante Ende Juli die Bauerschaften Pestrup und Bühren. Manfred Rollié floh 1946 als 16-Jähriger mit Rucksack und Aktentasche aus Schlesien. Er fand in Wildeshausen seine lange gesuchten Eltern wieder. Peter Heinken war bis 2010 Lehrer an der Grundschule Dötlingen. Als Mitautor der 1999 erschienenen Chronik von Wildeshausen bearbeitete er den Zeitraum von 1914 bis 1945. Die drei Referenten engagieren sich im Vorstand des Bürger- und Geschichtsvereins.
