Barßel - Die Beschaffung von geeignetem Wohnraum und der damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Integration von Menschen, die vor Krieg und Terrorherrschaft aus ihren Ländern geflohen sind, treibt derzeit Verwaltung und Politik so manchen Schweißtropfen auf die Stirn. So auch in der Gemeinde Barßel, wo derzeit 65 Flüchtlinge leben. Wie berichtet, werden weitere 62 Menschen aus den Krisengebieten erwartet.

Und nur für einen Teil dieser Menschen habe bisher Wohnraum besorgt werden können. Darauf wies Bürgermeister Nils Anhuth auf dem sehr gut besuchten Informationsabend am Mittwoch im Sitzungssaal des Rathauses hin. „Flüchtlinge bei uns – wie Integration gelingen kann“ war das Motto des Abends.

Bei der Bewältigung der Probleme hat die Kommune die vier Kirchengemeinden mit ins Boot geholt. Erste Gespräche hierzu gab es bereits Ende vergangenen Jahres. „Die Gemeinde Barßel möchte gemeinsam mit der Bevölkerung Flüchtlingen helfen, in der Gemeinde Fuß zu fassen. Hier ist ehrenamtlicher Einsatz gefragt. Eine Möglichkeit wäre die Übernahme einer Patenschaft, um Flüchtlinge im Alltag zu unterstützen“, so Anhuth – „sei es nur bei den einfachsten Dingen wie Behördengang, Mülltrennung, Busfahren oder auf der Suche nach Schule oder Kindergärten“. Die Hilfe umfasst alltägliche Lebenslagen. Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden, denn eine Reihe von Teilnehmern trug sich in die Listen für freiwillige Helfer ein.

„Wir werden die freiwilligen Helfer natürlich vorbereiten mit entsprechenden Schulungen und Fortbildungsveranstaltungen“, sagte die Vorsitzende des Vereins „Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg“, Mina Amiry, die 1998 aus dem Iran nach Deutschland gekommen ist.

Erfahrungen im Umgang mit Migranten müssten die Helfer nicht mitbringen. Vielmehr gehe es darum, mit der eigenen Lebenserfahrung und dem Wissen über alltägliche Abläufe die Zuwanderer zu unterstützen, so Amiry.

„Als Kirchengemeinde St. Ansgar helfen wir schon. Wir haben in unseren eigenen Gebäuden schon Flüchtlinge untergebracht und auch das zunächst für einen Abbruch vorgesehene Pfarrhaus in Harkebrügge wird als Asylunterkunft saniert“, so Pfarrer Ludger Becker. Außerdem würden die Menschen von der Tafel und dem Skf-Lädchen unterstützt.

„Für zwei Familien aus Albanien konnten wir bereits Hilfe finden“, freute sich Pfarrer Thomas Perzul von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elisabethfehn.

Als sehr wichtig betrachtete es der ehemalige Realschullehrer Herbert Fassio, ein entsprechendes Netzwerk aufzubauen. Noch vordringlicher sei es, dass die Menschen aus den Krisengebieten mit der deutschen Sprache vertraut gemacht würden.