Dötlingen - Wie ein roter Faden zog sich das Flüchtlingsthema am Sonntagvormittag durch die Redebeiträge beim traditionellen Neujahrsempfang der Motorsportgemeinschaft Dötlingen Hunte-Delme im ADAC. Vorsitzender Pierre Henning würdigte im Dötlinger Hof in seiner Begrüßung den Umgang mit den Flüchtlingen als positives Zeichen angesichts eines „sonst schrecklichen Jahres“ mit Horrormeldungen am laufenden Band.

Bereits seit über 20 Jahren veranstaltet die MSG den Neujahrsempfang immer am ersten Sonntag im neuen Jahr. Dass dieses Mal nur knapp 40 Vertreter aus Vereinen und Institutionen anwesend waren, sei wohl dem plötzlichen Wintereinbruch geschuldet, meinte Henning.

Auch Erster Kreisrat Christian Wolf griff das zentrale Thema auf. Flüchtlinge seien schon immer nach Deutschland gekommen. „Doch im Oktober war die Anzahl nicht mehr in den Griff zu bekommen. Die Auffanglager waren schlichtweg voll“, erklärte Wolf. Deshalb sei dann ein Amtshilfeersuchen auch an den Landkreis Oldenburg ergangen. „Es ist bereits zweimal verlängert worden und hat bis zum 15. Februar Gültigkeit“, so der 1. Kreisrat.

Er erinnerte an 1200 im Kreis angekommene Flüchtlinge. 450 seien geblieben, untergebracht in zwei Wildeshauser Sporthallen. Wolf: „Aktuell sind es 250, einige der Flüchtlinge wurden inzwischen auf die Gemeinden umverteilt.“ Aber nächste Woche werden schon wieder zwei Busse erwartet. „Dann gilt wieder zu registrieren und gesundheitlich zu untersuchen. Doch langsam bekommen wir darin Routine.“

Er warb weiter für schnellen Sozialen Wohnungsbau, sprach von geplanten Schlichtbauten mit begrenzten Nutzungsdauern von bis zu 15 Jahren. „Das ist aber alles erst der Anfang. Die Inte­gration wird die Hauptaufgabe sein. Doch bis hierhin gilt der Dank an alle, die die neue Herausforderungen angenommen haben.“

Bürgermeister Ralf Spille: „Was in der Welt passiert, ist nicht mehr selbsterklärend.“ Damit sprach er Anschläge, VW-Skandal und anderes an. Daneben wies er auf zurzeit 76 Flüchtlinge in der Gemeinde hin. „Sie sind da und schwimmen im normalen Leben mit.“ Auch ein Grund dafür sei die dezentrale Unterbringung. „Dennoch. Die Anzahl macht vielen Angst. Der große Ansturm muss gedrosselt werden, sonst werden wir die Integration nicht hinbekommen.“

Spille berichtet auch davon, was alles im Schatten der großen Themen in 2015 in der Gemeinde geleistet worden sei. Schließlich warb er um eine starke Beteiligung an der Kommunalwahl am 11. September.