Steinkimmen/Landkreis - Von ehemals mehr als 40 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen leben aktuell nur noch sieben auf dem Jugendhof Steinkimmen. Das berichtete Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs am Dienstagabend im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oldenburg. Der Jugendhof hatte als Akutaufnahmeeinrichtung des Landkreises für minderjährige Ausländer gedient.

Im November des Vorjahres war das Jugendamt noch von monatlichen Kosten in Höhe von 4973 Euro pro Flüchtling ausgegangen. Weil die Viasol gGmbH zusätzlich einen Sicherheitsdienst engagierte und die Plan A gGmbH eine 24-Stunden-Betreuung gewährleistete, seien die Kosten ab Dezember aber auf monatlich 5369 Euro je Platz gestiegen, berichtete Ahlrichs. „Das ist nicht teurer als ein Platz in der stationären Jugendhilfe“, betonte er. Der Fachausschuss stimmte der Kostenplanung für die Akutaufnahme zu. Nach der Kostenrechnung des Landkreises entstehen von Dezember 2015 bis Ende September dieses Jahres Gesamtkosten von 644 236 Euro für die Unterbringung in Steinkimmen.

Noch bis etwa Mitte September sollen die sieben unbegleiteten Flüchtlinge auf dem Gelände des Jugendhofs bleiben. Laut Ahlrichs gibt es seit der Sommerpause keinen Sicherheitsdienst mehr – dieser habe auch nur in einem Fall eingreifen müssen. Im Nachhinein sei es aber „die richtige Entscheidung“ gewesen, einen Sicherheitsdienst einzusetzen.

Insgesamt ist das Jugendamt des Landkreises für 87 unbegleitete Flüchtlinge zuständig. 13 davon seien in Gastfamilien untergebracht; die meisten in Betreuungseinrichtungen. So leben neun Jugendliche im „Haus Madiba“ auf dem Gelände des Wichernstifts in Elmeloh (die NWZ  berichtete); eine weitere Wohngruppe des Wichernstifts gibt es in Delmenhorst. Weitere Jugendliche leben auf dem Lindenhof Hude sowie auf dem „Hof Schulenberg“, hieß es.

Seit einiger Zeit seien auch elf junge Flüchtlinge auf dem Geländes des Berufsförderungswerks (BFW) in Bookholzberg untergebracht. Die Beschulung erfolge in Zusammenarbeit mit dem Leinerstift, einem freier Träger der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe mit Hauptsitz in Großefehn, so Ahlrichs. Sie könnten auf dem BFW-Gelände die Werkstätten nutzen. Landrat Carsten Harings sagte, noch sei es zu früh für ein Fazit in Sachen Flüchtlingsbetreuung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Eingliederung in die Gesellschaft gelingen werde.