Cloppenburg - Die Cloppenburger Kindergärten planen, Nachmittagsgruppen für Flüchtlingskinder einzurichten. Deren Eltern könnten dann während der Betreuungszeit Deutschkurse besuchen, bestätigte der städtische Pressesprecher Klaus Niemann am Donnerstag eine entsprechende NWZ -Anfrage. Das Angebot beziehe sich ausdrücklich nur auf Kindergarten-Kinder über drei Jahre, weil unter dieser Marke die oftmals traumatisierten Mädchen und Jungen den ganzen Tag bei ihren Eltern bleiben sollten.
Dass etwas passieren solle, so Niemann weiter, sei klar. Über die konkrete Ausgestaltung – Gruppengrößen, Finanzierung, wie viele Einrichtungen sollen sich beteiligen – könne er allerdings noch keine Angaben machen.
Jutta Klaus, die für die UWG im Stadtrat und im Kreistag sitzt, hatte sich jüngst im Kreissozialausschuss nach den Möglichkeiten für Flüchtlings-Sprachkurse erkundigt. Wie berichtet, hatte der Kreis dafür 200 000 Euro in den Haushalt 2016 eingestellt.
„Wir brauchen eine gute Betreuung und kleine Gruppen von zehn bis zwölf Kindern“, sagte Klaus am Donnerstag auf Anfrage der NWZ. Die Finanzierung könne möglicherweise über das Asylbewerberleistungsgesetz laufen, schließlich bekämen ja auch Familien, die von Hartz IV lebten, finanzielle Unterstützung bei den Kindergarten-Gebühren. Darüber hinaus werde die UWG im Stadtrat demnächst einen Antrag stellen, 85 000 Euro für die Flüchtlingsarbeit an den städtischen Grund- und Oberschulen zur Verfügung zu stellen.
