Bremen - Bremen will seinen Flughafen nach seinem vor knapp einem Jahr verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Hans Koschnick benennen. „Wir wollen damit bleibend und angemessen an ihn und seine Verdienste für unser Land erinnern“, sagte am Dienstag Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Außerdem werde an der Universität der Stadt dem SPD-Politiker zu Ehren eine Hans-Koschnick-Gastprofessur für „Globale Verständigung und Gerechtigkeit“ eingerichtet.

Bis der Flughafen den Namenszusatz „Bremen Airport Hans Koschnick“ erhält, kann es allerdings noch ein wenig dauern: Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) soll ein Konzept erstellen und alle erforderlichen Maßnahmen zur Beschilderung und Bewerbung mit den entsprechenden Stellen umsetzen.

Zur Gastprofessur sagte Sieling, die Gründung der Bremer Universität sei untrennbar mit Hans Koschnick und dessen Reformbereitschaft, Experimentierfreude und Weitblick verbunden. Er habe sich selbst immer als Brückenbauer zwischen den Völkern verstanden. Mit der Einrichtung des Lehrstuhls würdige Bremen seine Lebensleistungen als international hoch anerkanntem Staatsmann und seine praktische Friedenspolitik gleichermaßen.

Mit der Gastprofessur sollen international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Universität Bremen eingeladen werden. Gedacht ist insbesondere an Forscher, die sich mit Themen der Völkerverständigung und der Bekämpfung von sozialer Ungleichheit und dem globalen Einsatz für soziale Gerechtigkeit befassen.

Koschnick war von 1967 bis 1985 Chef der Bremer Landesregierung. Er engagierte sich an der Seite von Willy Brandt als politischer Brückenbauer zu Israel und Polen. Am 12. April 1976 unterschrieb er in Danzig die erste westdeutsch-polnische Städtepartnerschaft. Als EU-Administrator lenkte er später den Wiederaufbau in Mostar in Bosnien-Herzegowina. Koschnick war außerdem Beauftragter der Bundesregierung für Flüchtlingsfragen und Berater der Europäischen Kommission für den Aufbau eines europäischen Freiwilligendienstes.

Koschnick starb am 21. April vergangenen Jahres im Alter von 87 Jahren. Er wurde auf dem Riensberger FriedhZur Erinnerung an den langjährigen Bremer Bürgermeister Hans Koschnick benennt die Hansestadt ihren Flughafen nach dem vor rund einem Jahr verstorbenen Sozialdemokratenof in Bremen-Schwachhausen beigesetzt.