Ramsloh - Dass eine Formalie so eine rege Diskussion auslösen könnte, hatte Bürgermeister Hubert Frye vor Beginn der Gemeinderatssitzung am Montag wohl nicht erwartet. Kurz vor der Sitzung hatte er an die Fraktionsmitglieder einen Beschlussvorschlag zur Benennung von zusätzlichen beratenden Mitgliedern für den Ausschuss für Jugend, Familie und Vorsorge versandt und somit zwei Beschlussvorschläge auf der Tagesordnung kurzfristig zusammengefasst. Künftig können das Jugendparlament und der Seniorenbeirat neben der Jugendhilfe Vertreter in den Ausschuss entsenden.

Im Bezug auf die Vertreter des Seniorenbeirats wollte die UWG nicht abstimmen. Der Seniorenbeirat solle erst nach einem Jahr im Ausschuss mitwirken können, wenn er Bilanz gezogen hätte, forderte Franz Hericks (UWG) in einem Antrag. Der Beirat solle seiner Meinung nach mit einer „anständigen“ Wahl zustande kommen, da er nicht demokratisch gewählt worden sei. Da Anträge zur Änderung der Tagesordnung jedoch nur zu Beginn der Sitzung erfolgen könnten, wurde dieser gar nicht erst beraten.

Für Ann-Cathrin Schramm (SPD) kam der geänderte Beschlussvorschlag von Bürgermeister Frye zu kurzfristig. „Die Verwaltung sollte Änderungen spätestens 24 Stunden vor Sitzungsbeginn mitteilen“, sagte sie. Um den Inhalt gehe es dabei nicht, sondern um die Art und Weise. In dem Punkt stimmte ihr Dr. Heinrich Norrenbrock (CDU) zu.

Bürgermeister Frye reagierte überrascht, da die beratenden Mitglieder von den Institutionen mitgeteilt würden und vom Rat nur bestätigt werden könnten. Der Grundsatzbeschluss stehe. „Die Änderung war rein organisatorisch. Es ging nur um Formalien“, sagte Frye. Ohne die Änderung hätten die Mitglieder ihre Arbeit erst mit Verspätung aufnehmen können. Das sah auch Marianne Fugel (CDU) so. „Ich fühle mich heute fast wie auf einer Karnevalsveranstaltung“, sagte Theo Schmidt (CDU), und auch Vorsitzender Heinz Kröger (CDU) konnte die Diskussion nicht nachvollziehen.

Letztendlich wurden die Mitglieder bestätigt. Für die Jugendhilfe soll Stephanie Schmidt (Ramsloh) im Ausschuss sitzen. Regina Bunger (Strücklingen) fungiert für ein von der Kirche noch zu benennendes Mitglied als Vertreterin. Marius Heese (Ramsloh) nimmt für das Jugendparlament teil, seine Vertreterin ist Stefanie Alberding (Scharrel). Für den Seniorenbeirat sitzt Wilhelm Tellmann (Sedelsberg) im Ausschuss, seine Vertreterin ist Erika Koppmeier (Scharrel).

Einig waren sich die Fraktionen hingegen in den anderen Punkten. So wurden Satzungsbeschlüsse für die Bebauungspläne „Utender Kanal/Kirchweg/Stockweg“ in Strücklingen und „Erholungsgebiet Hollener See“ gefasst. Mit letzterem stellt der Rat die Weichen dafür, dass der Reit- und Fahrverein Saterland eine Lagerhalle errichten kann.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland