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NWZonline.de Nachrichten Politik

Partei: Forscher wirft Grünen Ignoranz vor

13.11.2014

Berlin /Göttingen Den Buchdeckel ziert ein Bild von einem prächtig blühenden Sonnenblumenfeld, darüber dunkle Gewitterwolken. Die Studie war mit Spannung erwartet worden: Hat doch kein Thema die Grünen im vergangenen Jahr derart in die Defensive gebracht wie die Debatte über Pädophilie und die Forderung nach einer strafrechtlichen Freigabe von Sex mit Kindern. Jetzt liegt eine 300 Seiten starke Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung vor. „Es gibt keinen Promi-Kopf, der jetzt gleich rollen wird“, dämpft Franz Walter, Politikwissenschaftler und Chef des Göttinger Forscherteams, am Mittwoch in Berlin gleich die Erwartungen.

Öffentlich entschuldigt

Doch die Veröffentlichung bleibt nicht ohne Wirkung: Erstmals gibt es ein deutliches Mea Culpa. Grünen-Chefin Simone Peter entschuldigte sich am Mittwoch im Namen der Partei für die Pädophilie-Beschlüsse der 80er Jahre: „Wir bedauern zutiefst, dass Täter unsere Beschlüsse als Legitimation ihrer Taten empfunden haben können.“

Tatsächlich geht es um ein Thema, das namhafte Grüne im vergangenen Jahr schwer in Bedrängnis gebracht und den Bundestagswahlkampf der Partei überschattet hatte. Jürgen Trittin, damals Spitzenkandidat, stand plötzlich in der Kritik wegen eines von ihm verantworteten Kommunalwahlprogramms aus den 80er Jahren, in dem die strafrechtliche Freigabe von Sex zwischen Erwachsenen und Kindern gefordert wurde. Oder der Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der in einem Aufsatz die gleiche Forderung erhoben hatte. Auch Daniel Cohn-Bendit, im vergangenen Jahr noch Fraktionschef im Europaparlament, geriet in die Kritik, weil er über den erotischen Reiz von Kindern auf ihn während seiner Zeit als Erzieher gesprochen hatte. Forscher Walter erinnert sich „an die Ignoranz und mangelnde Souveränität, mit der manche Alt-Grüne reagiert haben, als die Pädophilie-Debatte wieder aufflammte“.

Nun die Bestandsaufnahme der Wissenschaftler, die Interviews, Programmschriften und Protokolle von Parteitagen analysiert haben. Demnach haben die Grünen in den 80er Jahren in zahlreichen Programmschriften die Forderung nach Freigabe von Sex mit Kindern erhoben. Zwischen Bundestagsfraktion und der damaligen Bundesarbeitsgemeinschaft „Schwule, Transsexuelle und Päderasten“, die für eine Aufhebung des Sexualstrafrechts gewesen sei, habe es einen engen Schulterschluss gegeben. Außerdem habe es Kinderrechtsaktivisten gegeben, die sich für eine volle Gleichberechtigung von Kindern eingesetzt hätten – auch in sexueller Hinsicht.

Aufarbeitung geht weiter

Die Grünen, in ihren Anfangstagen empfänglich für Forderungen von Pädophilen? Die Partei sagte am Mittwoch zu, die Aufarbeitung weiter voranzutreiben. Weitere Enthüllungen schließt Forscher Walter nicht aus: In der Wissenschaft sei nichts abgeschlossen.

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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