Hatten - Mit der Zukunft der Jugendherberge in Sandhatten hat sich am Mittwochabend in der Waldschule in Hatten der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde befasst. Nachdem bereits mehrfach in nichtöffentlichen Gremien über einen möglichen Verkauf und die künftige Nutzung des Geländes diskutiert worden war, hatte die SPD beantragt, das Thema jetzt auch öffentlich zu diskutieren.
Wie Bauamtsleiter Sven Corbes ausführte, gibt es derzeit offenbar nur einen Interessenten für das Gelände, es handelt sich um eine „ökologische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sandhatten“, die dort Wohnen und Arbeiten unter einem Dach ermöglichen will. Neben Wohnmöglichkeiten sollen Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene realisiert werden, eine Gärtnerei zur Selbstversorgung, Praxen für Physiotherapie und heilsame Künste, Werkstätten für Kunsthandwerker, ein Ingenieurbüro für die Planung von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien, ein Kulturcafé und ein „Bed & Breakfast“ für naturnahe Übernachtung und Ernährung mit Selbstversorger-Küche.
Diese Pläne lassen sich allerdings nach den derzeit gültigen Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen nicht umsetzen. Die Verwaltung empfiehlt, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen, der die Art der künftig zulässigen Nutzung genau festlegt, ein reguläres Wohn- oder Gewerbegebiet wird nicht empfohlen.
Diese Haltung scheint auch in den Fraktionen vorzuherrschen. Es sei jetzt an der Zeit, das Thema öffentlich zu diskutieren, so die einhellige Meinung. Die Fraktionen wollen sich intern über ihre Haltung verständigen. Es sei schade, so der Sandhatter Ratsherr Uwe Hollmann (SPD), dass es die Jugendherberge künftig nicht mehr geben werde. Jetzt müsse aber auch abgewartet werden, ob sich nicht noch andere Interessenten mit interessanten Konzepten meldeten.
Ebenso einstimmig hat der Ausschuss beschlossen, über die Zukunft der Abrundungssatzung Sandhatten in den Fraktionen weiter zu beraten. Die Satzung soll unter anderem ortsbildprägenden Baumbestand schützen, verhindert aber an einigen Stellen von Bürgern gewünschte Bauprojekte. Die Fraktionen wollen sich darüber verständigen, ob die Satzung noch zeitgemäß ist und ihr Geist erhalten bleiben soll.
Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Verwaltungsausschuss außerdem, eine Bebauungsplanänderung im Bereich Voßbergweg/Heino-Korte Weg umzusetzen.
Auch eine Personalie gab es zu bestätigen. Stefan Rüdebusch stand dem Ausschuss nicht mehr als beratendes Mitglied zur Verfügung. Heike Kersting, allgemeine Stellvertreterin der Bürgermeisterin, verpflichtete dafür Wolfgang Martens aus Kirchhatten als seinen Nachfolger.
