Sande - Der Prüfbericht des Landesrechnungshofs zu den Sander Grundschulen (die NWZ berichtete) hat die Sorge zahlreicher Eltern um den Bestand der beiden kleinen Schulen in Neustadtgödens und Cäciliengroden neu entfacht. Erst vor wenigen Monaten war nach langer Diskussion in den politischen Gremien und nach zahlreichen Elternprotesten das Thema beendet worden: Die Politik hatte die Politik einen Beschluss zum Erhalt aller drei Schulstandorte gefasst.
Standorte nicht aufgeben
Geht nun alles wieder von vorne los? „Nein“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Rutz auf Nachfrage der NWZ . „Wir werden unsere Schulstandorte nicht aufgeben.“ Die Überprüfung der Sander Grundschulen fand im Frühjahr 2015 auf Basis der Schülerzahlen 2014 statt. Der Tenor der Empfehlung, der sich jetzt im Abschlussbericht wiederfinde, decke sich im Wesentlichen mit der Beschlussvorlage des Bürgermeisters, die seit April 2015 beraten und im Juni im Gemeinderat abgelehnt wurde, sagt Rutz.
An dieser Entscheidung habe sich bis heute nichts geändert. Auch inhaltlich könne die SPD den Begründungen nicht in jedem Fall folgen. In einer vom Kultusministerium erbetenen Stellungnahme werde deutlich, dass eine Grundschule, die nach den Vorgaben nicht mehr einzügig geführt werden kann, durchaus als kleine Grundschule erhalten bleiben kann, sofern die Jahrgangsstärke langfristig zwischen 14 und 8 Schülern liegt.
Die SPD wolle nun versuchen, die kleinen Grundschulen gemeinsam mit den pädagogischen Fachleuten weiterzuentwickeln. Sehr wichtig sei nun, dass die Unruhe beendet wird: „Die Grundschulen sollen und können in Ruhe weiterarbeiten, Schulschließungen sind nicht in Sicht“, sagt Rutz. Die weitere Entwicklung der Zahlen bleibe abzuwarten. Dabei werde auch die Anzahl der länger in Sande bleibenden Flüchtlingsfamilien eine Rolle spielen.
Eine Empfehlung des Landesrechnungshofs betrifft das Fehlen einer Schulbezirkssatzung. Der Entwurf dazu wird im Schulausschuss am Dienstag, 23. Februar, beraten und im Rat am 7. März beschlossen.
Bestand sichern
Auch aus Sicht der CDU besteht kein Grund zur Beunruhigung für die Eltern: „Die CDU-Fraktion steht zum einstimmigen Beschluss des Rates, alle drei Grundschulen in ihrem Bestand zu sichern“, sagt Fraktionsvorsitzender Oliver Kohls. Dabei müsse allerdings die pädagogische Qualität weiterhin aufrecht erhalten werden. „Der Landesrechnungshof hat in seinem Bericht festgestellt, dass die Kosten pro Schüler bei kleineren Schulen höher sind als bei größeren Schulen. Dies haben wir zur Kenntnis genommen.“
Kommunalpolitik könne sich aber nicht nur am Wirtschaftlichkeitsgebot ausrichten, sondern müsse eine Vielzahl von Faktoren, etwa die Bedeutung der Schule für die örtliche Sozialstruktur, berücksichtigen. „Insofern sehen wir keine Veranlassung, vom Ratsbeschluss abzuweichen oder die Diskussion um die Zukunft der Grundschulen der Gemeinde Sande neu zu entfachen“, so Kohls.
