Butjadingen - Nach einem Losentscheid stellte der Wahlausschuss der Gemeinde Butjadingen am späten Montagnachmittag das Endergebnis der Gemeinderatswahl fest. Per Los zieht nun der Burhaver Gastronom Ralph Krümpelmann in den Rat ein. Aber auch „Kontrahent“ Wilhelm Has wird dem künftigen Rat angehören, in den er über den Parteiliste gelangt.
CDU-Fraktionschef Wilhelm Has und Neuling Ralph Krümpelmann hatten bei der Wahl am Sonntag jeweils 144 Stimmen erhalten. Da der CDU vier Direktwahlsitze zustehen, drei aber bereits an Kandidaten mit mehr Stimmen vergeben waren, musste das Los zwischen Wilhelm Has und Ralph Krümpelmann entscheiden.
Den Losentscheid nahm die Gemeindewahlleiterin, Bürgermeisterin Ina Korter, in der gestrigen Sitzung des Wahlausschusses vor. Leidtragender der Entscheidung zugunsten von Ralph Krümpelmann ist CDU-Kandidat ist Chris Ahnert. Hätte das Los Wilhelm Has getroffen, wäre auch Christ Ahnert über die CDU-Liste in den Gemeinderat gelangt. Diesen Listenplatz erhält jetzt aber Wilhelm Has, der auf der CDU-Liste auf Platz 1 rangiert.
Am Gesamtergebnis der Gemeinderatswahl in Butjadingen hat sich nichts mehr geändert. CDU: 2440 Stimmen/27,5 Prozent/5 sitze; SPD: 2042 Stimmen/23 Prozent/4 Sitze; Grüne: 1190 Stimmen/13,4 Prozent/2 Sitze; FDP: 1717 Stimme/19,3 Prozent/4 Sitze; Unabhängige: 1499 Stimmen/16,9 Prozent/3 Sitze.
„Wir haben unser Minimalziel, die fünf Sitze zu behaupten und größte Fraktion im Gemeinderat zu bleiben, erreicht und sind deshalb zufrieden“, kommentierte CDU-Chef Wilhelm Has das Ergebnis der Kommunalwahl in Butjadingen. Besonders erfreulich sei, dass gleich drei CDU-Kandidaten (Ralf Töllner, Claudia Cornelius, Johann Evers) zu den fünf Bewerbern mit den meisten Stimmen gehören. Wilhelm Has kündigte Gespräche mit den anderen Fraktionen an, in denen Sachthemen Vorrang vor Ämterbesetzungen haben würden.
Mit dem Ergebnis zufrieden zeigte sich auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Dzillum, der ebenfalls nur über die Parteiliste wieder in den Rat einzieht. „Wir haben mit der Bestätigung der vier Mandate erreicht, was wir uns erhofft haben“, so der Sozialdemokrat. Das sei auch eine Bestätigung einer guten und konstruktiven Ratsarbeit, die ohne eine Bildung einer Mehrheitsgruppe möglich sei.
Auch die FDP, die sich durch den Hinzugewinn des vierten Sitzes gestärkt sieht, kann sich nach Aussagen ihres Vorsitzenden Jannes Bergsma vorstellen, dass sich über die Verteilung von Posten und Positionen alle fünf im Rat vertretenden Parteien im Vorfeld einigen. Bei Sachthemen wollen die Liberalen aber ein „Wörtchen mehr“ mitreden.
Unzufrieden ist Grünen-Fraktionschef Jürgen Sprickerhof. Trotz des mit 13,4 Prozent noch eigentlichen guten Ergebnisses mussten die Grünen den 3. Sitz abgeben. „Wir haben viel auf den Weg gebracht und dabei auch unbequeme Vorschläge gemacht. Offensichtlich haben wir dabei zu wenig mit den Wählern geredet“, vermutet Jürgen Sprickerhof einen Grund für die Verluste. Er steht aufgrund des Wahlergebnisses für das Amt des Aufsichtsratsvorsitzender der Kurgesellschaft nicht mehr zur Verfügung, will aber weiterhin in dem Gremium mitarbeiten.
„Wir haben unser Wahlziel verfehlt“, lautet das Fazit von Unabhängigen-Chef Lambertus Poll fest. Der Hinzugewinn von 5,2 Prozentpunkten und des 3. Sitzes im Rat stellt ihn nicht zufrieden, da die Unabhängigen vier Mandate angestrebt hätten. Nach Aussagen von Lambertus Poll ständen die Unabhängigen nicht als Mehrheitsbeschaffer im Rat zur Verfügung, sondern würden weiterhin konstruktive Politik betreiben.
