Brüssel/Berlin - Des einen Freud, des anderen Leid? Donald Trump will als US-Präsident das transpazifische Handelsabkommen TPP aufkündigen. Der Pakt sollte eine riesige Freihandelszone zwischen den USA und Ländern der Asien-Pazifik-Region schaffen. Nun gibt es Hoffnungen, dass die EU in die Lücke stoßen könnte.
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Wie sieht die EU Freihandelsabkommen |
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Für die EU-Kommission ist die Sache klar: Handelsabkommen stärken die europäische Wirtschaft, schaffen Wachstum und neue Jobs. Durch den Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen können europäische Firmen gewinnbringender in die weite Welt exportieren.
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Welche Chancen bietet die Asien-Pazifik-Region |
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Die EU-Kommission sieht hier besondere Chancen. Bis 2050 wachse dort die Mittelklasse um Millionen Menschen an, sagte jüngst EU-Agrarkommissar Phil Hogan. Die Nachfrage nach hochwertigen Produkten werde in Ländern wie Vietnam oder Malaysia erheblich steigen. Und daraus könne die EU Vorteile ziehen.
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Welche Rolle spielt der Handel mit TPP-Ländern |
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Eine bedeutsame. Das an TPP beteiligte Japan etwa ist nach China der wichtigste EU-Handelspartner in Asien. Bei den Importen sind die Auto- und Elektronikindustrie herausragend, die EU exportiert – allerdings in geringerem Umfang – vor allem etwa Medikamente und medizinische Instrumente. In den TPP-Ländern sieht Brüssel aber noch deutliches Steigerungspotenzial.
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Gibt es schon Abkommen mit TPP-Ländern |
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Die EU-Kommission verhandelt derzeit rund 20 Freihandelsabkommen weltweit – darunter auch mit den TPP-Staaten Japan, Malaysia, Mexiko, Chile, Australien und Neuseeland. Zuletzt schloss die EU mit Kanada, Singapur und Vietnam Verträge ab.
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Wie schätzt die Wirtschaft die Chancen ein |
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Nach dem Rückzug der USA sei es nun umso wichtiger, dass die EU als Fürsprecher des freien Handels in der Welt Verantwortung übernehme, meint der deutsche Außenhandelsverband (BGA). Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert, die EU solle nun selbst vor allem in Asien eine Führungsrolle einnehmen.
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Was sagen Kritiker der Abkommen |
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Im US-Wahlkampf waren Handelsabkommen wie TPP ein wichtiges Thema. Viele Menschen machen sie für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Auch in Europa formiert sich zunehmend Widerstand – zuletzt etwa gegen den mit Kanada ausgehandelten Ceta-Pakt.
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Welche Risiken gibt es durch das TPP-Ende |
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Unter einer isolationistisch ausgerichteten Handelspolitik der USA könnte Europa indirekt auch leiden. Sollte Trump wirklich Schutzzölle gegen Produkte aus China erheben, könnte ein Großteil dieser Waren hier auf den Markt gelangen. „Die EU wäre geneigt, dann ebenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagt Sinan Ülgen von der Denkfabrik Carnegie Europe und warnt vor Handelskriegen.
