Hooksiel - Plakate und Transparente verleihen ihren Forderungen „Weg mit den Zäunen“ und „Freier Strandzugang“ Nachdruck: Die Aktiven der Initiative „Freie Bürger für freie Strände“ um Johann Janßen, Janto Just und Achim Müller haben sich am Pfingstmontag entlang des Zaunes, am Parkplatz und an der Strandkasse 1 am Außenhafen Hooksiel versammelt.
Mit Leitern über Zaun
Sie verteilen Flugblätter an Touristen und führen viele Gespräche. Mit Leitern haben sie eine Übersteighilfe über den Zaun und über das geschlossene Tor am Deichweg gebaut – wer will, kann heute umsonst an den Strand gehen.
„Die Situation in Hooksiel ist wie gehabt“, sagt Janto Just: Außer an den drei Strandkassen bleiben alle Strandzugänge, darunter Zugänge an drei Parkplätzen, geschlossen. „Auch der einzig ebenerdige Zugang am oberen Parkplatz Außenhafen – nur hier wäre ein barrierefreier Zugang für gehbehinderte Personen möglich – ist dauerhaft, sogar im Winter, abgeriegelt.“ Gepäckbeladene Familien mit Kleinkindern, Gehbehinderte mit Rollator oder Rollstuhlfahrer müssen sich deshalb von den beiden großen Parkplätzen am Außenhafen 500 Meter weit bis zum Zugang an Kasse 1 und dort die Deichtreppe rauf- und runtermühen, um an den Strand zu gelangen, kritisiert die Initiative.
Wie berichtet, setzt sich die Initiative „Freie Bürger für freie Strände“ dafür ein, dass der Spaziergang an Wangerlands Stränden kostenlos wird. Mitglieder der Initiative haben Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg eingelegt. „Wir gehen davon aus, dass das Gericht Strandgebühr und Zäune für unzulässig erklärt, mit möglicherweise weit über das Wangerland hinausreichenden Folgen“, sagt Just.
Doch bis es eine Entscheidung seitens des Gerichts gibt, will die Initiative nicht nur abwarten: „Mit dieser Aktion wollen wir nochmals aufmerksam machen auf unsere Forderungen“, sagt Just.
Und tatsächlich hat sich die Forderung nach freiem Strandzugang an der Ostfriesischen Küste verbreitet: In Esens/Bensersiel haben zwischenzeitlich Landfrauen um Anne Heiken eine spontane Unterschriftensammlung unter der Forderung „freie Strände für freie Bürger“ gestartet. Im Nu seien mehr als 650 Unterschriften zusammengekommen, sagt Anne Heiken. „Ein eingezäunter Strand passt nicht zu Ostfriesland“, findet sie und hält am Montag ihr Schild „Freie Friesen“ noch ein Stückchen höher.
Zäune wurden abgebaut
Just weiß, vor allem die Einwohner der zur Samtgemeinde Esens gehörenden Gemeinden meutern: Denn nur die Esenser selbst sind vom Strandeintritt befreit.
Als erster Urlaubsort hatte Carolinensiel-Harlesiel vor zwei Jahren den Zaun am Strand abgebaut, so Just. In Neuharlingersiel, wo es keine Zäune gibt und man zwar eigentlich bezahlen soll, bleibe man als Spaziergänger auch ungeschoren. Und auch in Dangast ist der Zaun am kommunalen Strand weg.
