Friesland - Verstärkung für die Gleichstellungsbeauftragten in Friesland: Inka Wüllner ist künftig für das Wangerland, Antje Schlehenbecker für die Stadt Schortens zuständig. „Damit sind wir fast komplett“, sagt Frieslands Gleichstellungsbeauftragte Elke Rohlfs-Jacob freudig. Denn: nur noch für Wangerooge fehlt jemand für das Amt.
Lange Zeit hatte es in Schortens nur eine kommissarische Gleichstellungsbeauftragte gegeben – Tanja Stamer hatte sich darum gekümmert. Eine Dauerlösung war das allerdings nicht. In Antje Schlehenbecker, die ursprünglich aus der Nähe von Mainz kommt, arbeitet nun jemand hauptamtlich in dem Bereich.
Zuvor hatte sie schon in Mainz in der Universitätsmedizin als Gleichstellungsbeauftragte gearbeitet. „Jetzt ist es spannend zu sehen, wie es in der Kommune aussieht – das wird sicher anders“, sagte sie.
Im Wangerland gab es jahrelang gar keine Gleichstellungsbeauftragte. Inka Wüllner übernimmt die Aufgaben nun nebenamtlich. Eigentlich arbeitet sie bei der Gemeinde im Bereich Steuern und Abgaben. „Ich bin gespannt auf meinen Aufgabenbereich, muss mich aber sicher erst noch etwas einfinden“, sagte sie. „Das Loch in diesem Bereich im Wangerland ist groß – ich bin froh, dass ich dieses Amt nun ausführen darf.“
Auch die Kolleginnen freuen sich darüber. „Die Verstärkung können wir gut gebrauchen. Auch wenn die beiden sich erst einmal einarbeiten und noch nicht voll durchstarten müssen“, so Elke Rohlfs-Jacob.
Dennoch sei es gut, dass nun in jeder Stadt und Gemeinde – ausgenommen Wangerooge – eine Gleichstellungsbeauftragte vor Ort sei. Aber auch um die Insel wollen sich die Frauen kümmern. „Auf der Insel mit recht wenigen Anwohnern ist die Umsetzung schwerer – aber auch hier wollen wir auf uns aufmerksam machen und uns kümmern“, betonte Elke Rohlfs-Jacob.
„Für viele ist die Arbeit von uns noch sehr nebulös. Ihnen ist nicht klar, wer überhaupt zu uns kommen kann – und in welcher Situation“, sagte Elke Rohlfs-Jacob.
Und wer kann kommen? „Eigentlich jeder Bürger“, sagt sie. „Nicht nur aus den verschiedenen Häusern der Verwaltung.“
Wann kann die Person kommen? „Zum Beispiel, wenn Frauen in bestimmten Situationen anders betroffen sind als Männer.“ Als Beispiel nennen die Gleichstellungsbeauftragten, wenn Frauen in Teilzeit-Arbeit übergehen, wenn sie Bewerbungen schreiben und sich präsentieren müssen oder wenn sie nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen möchten. „Es muss nicht immer etwas Dramatisches sein wie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“, so Elke Rohlfs-Jacob.
Aber auch Männer sind willkommen, betonen die Frauen. „Wir wollen zum Beispiel in der Verwaltung eine Kultur schaffen, in der es normal ist, wenn auch der Mann in Elternzeit geht“, sagt Ellen Seehausen, Gleichstellungsbeauftragte in Wilhelmshaven.
Das nächste größere Projekt der Gleichstellungsbeauftragten ist wieder der 8. März – der Weltfrauentag. „Unser Kampftag schlechthin“, scherzt Elke Rohlfs-Jacob. Auch in diesem Jahr finden dazu mehrere Veranstaltungen statt.
