Friesoythe - Im Jahr 1973, fast 50 Jahre nach der Gründung der Arbeiterwohlfahrt (AWO), wurde auch in Friesoythe ein Ortsverein ins Leben gerufen. Das 45-jährige Bestehen möchte der Ortsverein mit den Mitgliedern um die Vorsitzende Berti Kapels und mit geladenen Gästen am 10. Juli um 14 Uhr in der Gaststätte Laing in Ellerbrock feiern.
Es soll zwar keine große Festveranstaltung, sondern vielmehr ein gemütliches Beisammensein mit Grillen werden. Einige Ehrengäste werden dennoch erwartet, so die Vorsitzende Kapels.
„Damals wurde der Friesoyther Ortsverein sozusagen als Stützpunkt im AWO-Kreisverband Cloppenburg aus der Taufe gehoben. Heute nennen wir uns Ortsverein, denn mit den Namen Stützpunkt können die wenigsten Mitglieder etwas anfangen“, ergänzt sie. Die AWO habe sich als „Armutshilfe“ gegründet, insbesondere, um die Arbeiterfrauen zu unterstützen. Die AWO stand daher der SPD immer sehr Nahe. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Vorsitzende überzeugte Sozialdemokratin ist.
„Nach dem zweiten Weltkrieg wurde insbesondere vielen Flüchtlingsfamilien geholfen. Unser Hauptaufgabe ist es, sozial schlechter gestellte Menschen zu unterstützen. Heutzutage betreuten wir hauptsächlich Menschen mit Behinderungen sowie Senioren“, erklärt Berti Kapels, die seit der Gründung an der Spitze des Ortsvereins steht. Die im Ortsteil Kamperfehn im Stadtgebiet Friesoythe lebende 81-Jährige ist mit viel Leidenschaft, Herzblut und Liebe dabei. Die AWO ist sozusagen ihr zweites Zuhause. „Hilfe geht immer wieder. Bei uns steht immer der Mensch im Vordergrund. Die Mitmenschlichkeit zieht sich immer ein roter Faden durch den Grundgedanken der AWO. Das Persönliche stehe bei der Arbeit im Vordergrund“, stellt Kapels klar. Für ihr soziales Engagement erhielt sie vor zehn Jahren das Bundesverdienstkreuz.
Heute werde der Ortsverein auch mit der Integration von ausländischen Mitbürgern konfrontiert. „Eine große Aufgabe und Verantwortung für den Friesoyther Ortsverein“, wie auch die Vorsitzende des Kreisverbandes Cloppenburg Brigitte Fodimann aus Bösel meint. Die Friesoyther gehörten zu den aktivsten Ortsvereinen im Landkreis.
Vorsitzende Kapels erinnert sich, dass der Ortsverein nach der Gründung zunächst kein zu Hause hatte. Dann war das Domizil 25 Jahre lang die Friesoyther Mühle. Als dort nichts mehr ging, stellten sowohl die katholische als auch evangelische Kirchengemeinde Räumlichkeiten zur Verfügung – und das ist noch heute so.
Der Ortsverein zählt heute rund 70 Mitglieder, die nicht nur aus Friesoythe, sonder auch aus der Umgebung kommen. Einen umfangreichen Terminkalender nimmt sich die Ortsgruppe Friesoythe in jedem Jahr vor. Der Vorstand trifft sich zu Beginn des Jahres und stellt den Plan zusammen“, schildert Kapels. Spätestens zum traditionellen Kohlessen steht der Plan.
Nach der Jubiläumsfeier ist erst im August erst einmal Pause. Im September geht es mit einer Rundfahrt durch das Oldenburger Münsterland mit Landrat Johann Wimberg weiter. Danach folgen die Besichtigung der Firma Blume in Friedeburg und später das Matjesessen im Franziskushaus. Dort gibt es zum Jahresende dann auch die Weihnachtsfeier.
„Jeder kann zu uns kommen, egal welcher Konfession“, sagt Berti Kapels. Geselligkeit sei ein wichtiger Aspekt. Dadurch können sich die Senioren austauschen und pflegen soziale Kontakte.
