FRIESOYTHE - Arbeiten mit Behinderten oder in der Alten- und Krankenpflege: Bis 2011 übernahmen Zivildienstleistende solche Aufgaben. Nach ihrem Wegfall sollten die „BFDler“, das sind die die Bundesfreiwilligendienst (BFD)-Leistenden, die fehlenden Stellen ersetzen.
„Wir nehmen jetzt jedes Jahr circa 300 Freiwillige für das gesamte Oldenburger Land“, erklärt Frank Tönnies vom Katholischen Freiwilligendienst in Vechta. „Davon sind die Hälfte BFDler.“ Gut 45 arbeiten in Pflegeeinrichtungen im Nordkreis.
Größter Abnehmer ist der Caritas-Verein Altenoyte, der derzeit 15 Freiwillige beschäftigt. Hier haben BFDler zusammen mit den Helfern des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) den Wegfall des Zivildienstes vollständig aufgefangen. Für den nächsten Jahrgang mit Beginn im August sind zur Zeit noch Plätze frei.
Auch das Pflegeheim Edith Stolte in Bösel ist zufrieden. Ein BFDler und ein FSJler arbeiten dort, Personalmangel gibt es nicht.
Die sieben Plätze im St. Marien-Hospital in Friesoythe hingegen werden derzeit nur von FSJlern besetzt. „Wir hatten einen BFDler, der hat seinen Dienst aber frühzeitig beendet“, erklärt Pflegedienstleiter Hans-Wilhelm Robben. Im August würden drei neue anfangen. Wie lange die bleiben, ist unklar. „Es brechen viele ab, die doch noch einen Studien- oder Ausbildungsplatz bekommen“, so Tönnies. Sie nutzen die Unverbindlichkeit des BFD als Übergangslösung.
Die Caritas-Sozialstation Barßel-Saterland ist daher skeptisch. Sie nimmt derzeit keine BFDler, da die Kostenübernahme nicht geklärt ist. Organisationsprobleme und Sparpolitik bemängelt auch Tönnies: „Wir haben erst letzte Woche die Finanzierungsinformationen fürs nächste Jahr bekommen.“ Außerdem würde die staatliche Unterstützung gekürzt. „Es gibt fürs nächste Jahr nur noch einen anstatt drei Bildungsgutscheinen. Das müssen wir irgendwie kompensieren.“
