FRIESOYTHE - Die Qual der Wahl haben bei der Bundestagswahl am 27. September vor allem die Erstwähler. Was ist die Erststimme, und wofür ist noch mal die Zweitstimme? Welche Partei vertritt welches Programm? Was ist ein Direktmandat und wer sind die Kandidaten?

All diese Fragen können die Schüler der beiden Politik-Leistungskurse des 13. Jahrgangs am Albertus-Magnus-Gymnasium Friesoythe spielend beantworten. Und das, obwohl die Zeit für einen wahlbezogenen Unterricht begrenzt ist. „Das Thema wird bei uns schon in der Mittelstufe behandelt“, erzählt Politiklehrer Hartmut Werner. „In der Oberstufe sind wir eng an die Themen des Zentralabiturs gebunden. Da bleibt gerade eine Unterrichtsstunde für die Wahl. Aber im vergangenen Halbjahr ging es schon um das politische System Deutschlands.“

Seine Schüler fühlen sich ausreichend informiert und für ihre erste Wahl gut vorbereitet. Die meisten haben das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier gesehen und verfolgen auch die anderen politischen Sendungen. „Außerdem wurde uns empfohlen, viel Zeitung zu lesen, was wir natürlich alle machen“, sagt Michael Oltmann. Zusätzlich haben die Schüler den Wahl-O-Mat, einen Internetfragebogen der Bundeszentrale für politische Bildung, genutzt, um sich im Parteien-Wirrwarr zu orientieren.

Da sich die Schüler am Wahltag auf Kursfahrt befinden werden, haben die meisten schon jetzt per Briefwahl gewählt. An der Wahl teilzunehmen, war für sie keine Frage: „Die Wahlbeteiligung ist wichtig, damit jeder seine eigenen Interessen vermittelt, indem er einen Interessensvetreter wählt“, sagt Felix Immken. „Je weniger Menschen an der Wahl teilnehmen, desto besser kann sich der feste Wählerkreis extremer Parteien durchsetzen.“

Auch an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Friesoythe wird das Thema Bundestagswahl groß geschrieben. Während es bei den Berufs(fach)schülern in den Unterricht eingeflochten wird, steht es bei den vier elften Klassen auf dem Plan des Politikunterrichts. „Wir haben einen Lehrplan, der genügend Verfügungsspielraum für aktuelle Themen bietet“, erzählt Politiklehrerin Uta Grüning. „Und da auf dem Plan sowieso das Thema Demokratie steht, bietet es sich an, in dem Rahmen den Bereich Wahlen zu bearbeiten.“

Dabei erlebt jede Klasse einen anderen Ansatzpunkt. Uta Grüning besprach mit ihrer Klasse zuerst die Grundlagen der Demokratie und das deutsche Wahlsystem. Dann mussten sich die Schüler durch die verschiedenen Parteienprogramme arbeiten. Als nächstes sollen sie den Wahl-O-Mat nutzen und ihre eigenen Ergebnisse reflektieren.

Bernd Hoffmeier, ebenfalls Politiklehrer an den BBS, hat mit seiner elften Klasse unter allen Schülern des Fachgymnasiums Wirtschaft (FGW) eine Umfrage zur Wahlbeteiligung durchgeführt. Ersten Ergebnissen zufolge seien den meisten die Wahlen zwar wichtig, jedoch wollten nur 80 Prozent tatsächlich daran teilnehmen.

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