FRIESOYTHE/HANNOVER - Schwer beeindruckt waren am Mittwoch sechs Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) aus Friesoythe von ihrem Besuch bei Niedersachsen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Der hatte spontan zugesagt, als die Schüler im Rahmen ihrer Facharbeiten zum Thema „Erneuerbare Energien“ um ein Gespräch mit dem Minister gebeten hatten.
Drei Schüler aus der 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums und drei Schüler der Fachoberschule Wirtschaft gehörten zu der Gruppe, die am Mittwoch gemeinsam mit ihrem betreuenden Lehrer Heiner Bahlmann nach Hannover gereist war. Schüler Dustin Schmidt: „Es war eine herzliche Gesprächsatmosphäre im Umweltministerium.“ Ursprünglich war eine Gesprächsdauer von einer Stunde angesetzt. Am Ende diskutierten die Friesoyther Schüler gleich zwei Stunden lang mit Hans-Heinrich Sander. Vor der Tür wartende Investoren wurden vom Minister vertröstet und mussten warten.
Die Schüler hatten sich auf den Besuch bei Sander ausführlich vorbereitet und einen Katalog an Fachfragen erarbeitet, die sie mit Sander erörterten. Dabei ging es auch um die aktuelle Diskussion zur Verwendung von Nahrungsmitteln bei der Energiegewinnung. Dustin Schmidt: „Wir haben Herrn Sander unseren Standpunkt erläutert und ihm klar gemacht, dass wir die Verarbeitung von Lebensmitteln zu Strom nicht gut heißen.“ Sander habe entgegnet, dass bei dieser Frage eine Abwägung sozialer und wirtschaftlicher Interessen erforderlich sei.
Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) spielte in dem Gespräch ebenso eine Rolle. Dabei interessierten sich die Schülerinnen und Schüler besonders für den Bereich der „Photovoltaik“, der auch in ihren aktuellen Facharbeiten einen gesonderten Schwerpunkt bildet. Sander habe der „Photovoltaik“ gute Zukunftsaussichten eingeräumt. Dieser Bereich der Ernergieerzeugung biete viel Potenzial. Sander habe zudem erklärt, der „richtige Boom“ werde erst noch einsetzen.
Weiteres Thema der Runde war auch der für die Bundesrepublik im Atomkonsens festgelegte Ausstieg aus der Kernenergiegewinnung. Die Atomkraft trage gemeinsam mit anderen Möglichkeiten der Stromgewinnung zu einem politisch gewollten Energie-Mix bei. Sander habe jedoch vor Energielücken gewarnt, wenn Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Unterstützung habe der Minister für den Ausbau der Windkraftanlagen auf See signalisiert. Dort sehe er große Zukunftschancen.
Auch Schülerin Anna Hagen war von dem Besuch bei Minister Sander beeindruckt „Es war ein sehr informatives Gespräch. Mich hat besonders gefreut, dass sich der Minister so viel Zeit für uns genommen und alle Fragen beantwortet hat.“ Das sah auch BBS-Lehrer Heiner Bahlmann anschließend so: „Ich war überrascht von der Herzlichkeit, mit der uns Herr Sander empfangen hat. Er war sehr gut auf unseren Besuch vorbereitet.“
Abschließend führte der Garreler Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley die Gäste aus Friesoythe durch den Landtag.
