FRIESOYTHE - Stadtschreiber Theodor Wreesmann Spitzname Vierfuß hatte den Friesoythern schon lange vor seinem Tod im Jahre 1941 große Zerstörungen vorhergesagt. Im April 1945, als die letzten Kriegstage den endgültigen Untergang der nationalsozialistischen Hitler-Diktatur einläuteten, wurden die seherischen Vorahnungen des Stadtschreibers auf grausame Weise bestätigt. Nach tagelangen Gefechten mit deutschen Truppen legten kanadische Soldaten die Stadt Friesoythe in Trümmern. Viele Menschen starben wehrlose Zivilisten, deutsche und kanadische Soldaten.
Während in Europa der II. Weltkrieg tobte und die Nationalsozialisten die Massentötung von Millionen jüdischer Bürger organisierten, litten die Menschen in Friesoythe unter den Folgen des Krieges. Viele Männer starben bereits in den ersten Kriegsjahren. Sie waren von Friesoythe aus als Soldaten in den Krieg gezogen.
In der Bevölkerung der Stadt nahm die Angst vor direkten Kriegshandlungen unterdessen zu. Sie war nicht unbegründet. Als im Herbst 1944 die an der Atlantikküste gelandeten Truppen der Alliierten immer weiter vordrangen und ihre Vorstöße mit Luftangriffen unterstützt wurden, fielen auch in Friesoythe die ersten Bomben.
So mancher Bewohner Friesoythes mag sich damals daran erinnert haben, dass Stadtschreiber Theodor Wreesmann geraten hatte, die Stadt zu verlassen und Schutz in Pehmertange zu suchen. So fanden viele Familien aus der Stadt Unterschlupf auf den Bauernhöfen in Pehmertange, aber auch in Schlingshöhe, Ellerbrock oder in Eggershausen.
Theodor Wreesmann war der Stadtschreiber vor dem II. Weltkrieg in der Gemeinde und sagte voraus, dass man nach Kriegsende vom Marktplatz auf die Kirche schauen kann und genauso kam es auch. Im Krieg wurde die Stadt zu über 90 Prozent beschädigt.
Ein anderer Name für den Seher ist Vierfuß. Er wird so genannt, weil er sehr große Füße hatte. Er ging angeblich nie ohne Regenschirm aus dem Haus. Aber nicht um auf einen Wetterumschwung vorbereitet zu sein, sondern er nutzte den Regenschirm als Balancehilfe.
