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Front verläuft zwischen Arabern

Von Gunars reichenbachs

Frage:

Herr Gerster, was ist das für ein Krieg, der um den Gaza-Streifen stattfindet?

Gerster:

Man muss zwei Dinge sehen: Erstens, mit der Machtübernahme der Hamas im Gaza amtiert eine Quasi-Regierung, die jede Verhandlung mit den Israelis ablehnt. Zweitens, Hamas wird vom Iran massiv unterstützt – es findet damit ein Stellvertreterkrieg statt zwischen der westlichen Welt und dem wachsenden islamischen Fundamentalismus. Früher war es dagegen ein Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West. Das ist anders.

Frage:

Mit welchen Folgen?

Gerster:

Während früher alle arabischen Staaten gegen Israel waren, gibt es längst eine Front durch die arabische Welt – die Radikalen gegen die Gemäßigten. Letztere haben nicht Angst vor Israel, sondern vor dem Iran und einem extremistischen palästinensischen Staat.

Frage:

Wie ist Frieden in dieser Situation möglich?

Gerster:

Die neue US-Regierung muss mit den europäischen Staaten, Israel und gemäßigten Palästinensern zu einem Konzept der Gewaltfreiheit kommen. Ich halte das für möglich.

Frage:

Was will Obama?

Gerster:

Ich bin kein Obama-Fachmann, aber er tritt mit einem hohen missionarischen Eifer an. Er weiß genau, dass ohne eine Regelung zwischen Israel und Palästinensern kein Frieden mit der arabischen Welt möglich ist.

Frage:

Ist Israel friedenswillig?

Gerster:

Am 10. Februar sind Wahlen, die nach Umfragen Netanjahu vom Likud gewinnen wird. Macht er mit der Kadima und der Arbeitspartei eine Koalition, halte ich Netanjahu auch für kompromissfähig im Friedenssinne.

Frage:

Wieso?

Gerster:

Es waren Likud-Politiker, die Verzichte geleistet haben: Begin gab den Sinai weg, Netanjahu zog sich aus Hebron zurück, und Scharon ging aus dem Gaza-Streifen. Israelis würden zu 90 Prozent einem Staat Palästina zustimmen, wenn sie glauben könnten, dass danach ihr Land in Ruhe gelassen wird und der Kampf aufhört. Dieser Frieden muss mit internationalen Sicherheitsgarantien verbunden werden.
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