Cloppenburg - „Verdammt spannend“ – so kommentierte Clemens gr. Macke (CDU) den Wahlkrimi am Montag nach der langen Wahlnacht, die er gemeinsam mit Ehefrau Maria und Parteifreunden im „Essener“ in Essen bis in die Nacht verfolgt hatte. Dass gr. Macke, der zum dritten Mal ins Parlament einzog, in die Opposition gehen muss, war – bis auf Tendenzen – zum Zeitpunkt seines Abschieds aus dem Lokal noch nicht klar.
Gr. Macke, der mit 69,44 Prozent in etwa sein Ergebnis von vor fünf Jahren halten konnte, glaubt: „Für den ländlichen Raum wird es nicht leichter.“ Auch für ihn selber macht die Oppositionsrolle die Arbeit nicht eben leichter. Den Weg in die Opposition geht er indes „ganz entspannt“. Sein Erststimmen-Ergebnis sieht er als ein klaren Auftrag der Wähler.
Viel Geld sei in den vergangenen Jahren in den Landkreis geflossen. „Ich bin gespannt, ob das weiterhin geschehen wird.“ Der Wähler habe entschieden, nun müsse man abwarten, wie sich Rot/Grün schlagen werde. Gr. Macke: „Die müssen sich bewegen.“
Enttäuscht über sein Ergebnis im Wahlkreis zeigte sich Linken-Direktkandidat Michael von Klitzing. Er hatte 2,27 Prozent an Erststimmen auf sich vereinen können, die Partei landete bei 1,89 Prozent. „Wir sind flächendeckend über die Hälfte geschrumpft“, konstatierte von Klitzing. Zwar habe die Partei „gekämpft wie ein Löwe“, warum das Ergebnis trotzdem so enttäuschte, darüber herrschte bei von Klitzing Rätselraten. Ein Teil der Protestwähler, die den Linken 2008 zu fast vier Prozent verholfen hatte, sei zu den Piraten abgewandert, glaubt der Cloppenburger Pädagoge, der sich gleichwohl froh über den Wechsel in Hannover zeigte. „Wir sind glücklich darüber, dass Schwarz/Gelb abgewählt wurde.“ Ob er in fünf Jahren einen erneute Kandidatur für den Landtag anstreben werde, hänge von seiner körperlichen Konstitution ab. „Vor habe ich das aber schon.“
Katharina Wienken, die jüngste aller Kandidaten für das künftige Landesparlament, scheiterte deutlich: 1,45 Prozent votierten für die 18-jährige Studentin, für die Partei ebenfalls. „Ich hätte mir für Niedersachsen mehr erhofft. Dass mein Wahlkreis unter dem Landesschnitt (2,1 Prozent) liegen würde, war zu erwarten“, sagte Wienken am Tag nach der Wahl. Die Wahlplakate hätten möglicherweise mehr auf die Arbeit und Inhalte eingehen sollen, übt sie Selbstkritik. Es sei aber gut gewesen, dass die Wähler im Kreis die Piraten hätten wählen können. Ob sie in fünf Jahren wieder antreten werde, habe sie noch nicht entschieden. Jetzt stehe erst einmal das Studium an erster Stelle.
